Urlaub in Gefahr

Kein Wasser! Italiens Urlaubsinseln bangen um Touristen

Auf Italiens Äolische Inseln wird das Wasser knapp. Behörden und Tourismus warnen vor Engpässen mit Folgen für Gäste.
Heute Life
29.04.2026, 01:11
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Ausgerechnet vor Beginn der Sommersaison wächst auf mehreren italienischen Urlaubsinseln die Sorge vor akuter Wasserknappheit. Besonders rund um Stromboli und die Äolischen Inseln schlagen Touristiker Alarm.

Die Situation ist brisant: Ohne ausreichende Wasserversorgung drohen nicht nur Einschränkungen für Einheimische, sondern auch massive Probleme für Hotels, Gastronomie und Infrastruktur.

Tourismus an seinen Grenzen

Die Abhängigkeit der Inseln vom Tourismus ist groß – ebenso wie ihr Wasserbedarf. In der Hochsaison vervielfacht sich die Zahl der Menschen vor Ort, während die natürlichen Ressourcen begrenzt bleiben.

Schon jetzt warnen Vertreter der Tourismusbranche und Hoteliers: Ohne gesicherte Mindestversorgung mit Wasser lasse sich der Tourismus nicht aufrechterhalten.

Deutliches Defizit

Im Zentrum der Kritik steht die Leistungsfähigkeit der technischen Infrastruktur. Die zentrale Entsalzungsanlage erreicht bei einer theoretischen Kapazität von 9.000 Kubikmetern pro Tag im Schnitt lediglich 4.100 bis 4.200 Kubikmeter.

Noch gravierender: In den Wintermonaten Dezember und Januar fiel die Produktion infolge technischer Störungen zeitweise auf nur rund 2.100 Kubikmeter täglich. Aktuell liegt sie bei etwa 3.700 Kubikmetern – und damit weiterhin deutlich unter dem erforderlichen Mindestbedarf.

Zudem sind zusätzliche Wasserlieferungen per Schiff für April und November nicht vorgesehen, und selbst die eingeplanten Mengen für Mai und Oktober gelten als unzureichend.

Forderungen nach raschem Eingreifen

Branchenverbände drängen nun auf ein sofortiges Handeln der zuständigen Stellen, darunter das italienische Umweltministerium und die Region Sizilien. Gefordert werden unter anderem der kurzfristige Einsatz zusätzlicher Tankschiffe, eine grundlegende Überarbeitung der Versorgungsstrategie sowie ein technisches Krisentreffen.

Strukturelle Schwächen im Süden

Die aktuellen Engpässe sind jedoch nur ein Symptom tiefer liegender Probleme in Süditalien. Veraltete Leitungsnetze führen dazu, dass ein erheblicher Teil des aufbereiteten Trinkwassers durch Lecks verloren geht, bevor er überhaupt bei den Verbrauchern ankommt.

Zugleich hat sich das Niederschlagsmuster verändert: Regen fällt seltener gleichmäßig, sondern häufiger in kurzen, intensiven Schüben. Ein großer Teil dieses Wassers kann nicht gespeichert werden und fließt ungenutzt ab.

Auch die Landwirtschaft verschärft die Situation. Sie benötigt große Wassermengen, während in manchen Regionen mehr Grundwasser entnommen wird, als sich langfristig neu bilden kann – mit sinkenden Pegeln als Folge.

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