Der Iran-Krieg trifft nun auch Wiens Tourismus spürbar: Während einige Urlauber kurzfristig in die als sicher geltende Hauptstadt ausweichen, brechen andere Gästeströme nahezu komplett weg.
Am Stephansplatz berichten Touristen gegenüber "Wien heute", dass sie statt geplanter Reisen in die Türkei oder nach Japan nach Wien gekommen seien. Grund dafür seien Sicherheitsbedenken und Unsicherheiten bei Flugverbindungen.
In der Hotellerie zeigen sich die Folgen deutlich. Im Hotel "The Harmonie Vienna" etwa sind Gäste aus dem arabischen Raum um 80 Prozent zurückgegangen, aus Israel um mehr als 80 Prozent "und Gäste aus den asiatischen Ländern, da verzeichnen wir einen Totalausfall", sagte Eigentümerin und Geschäftsführerin Sonja Wimmer.
Branchenweit spricht der Wiener Hotelierverband von einer "extremen Stornowelle". Reisen sei nicht nur teuer, "sondern auch extrem unsicher geworden", so Landeschef Alexander Ipp. Insgesamt liegen die Rückgänge bei Gästen aus stark betroffenen Regionen bei 15 bis 20 Prozent.
Zwar kommen vermehrt europäische Gäste, diese bringen jedoch weniger Umsatz: Während ein Gast aus den Emiraten im Schnitt 530 Euro täglich ausgibt, sind es bei Österreichern 179 Euro.
Auch Reisebüros spüren die Zurückhaltung. Viele Wiener buchen um, oft auch wegen indirekter Flugrouten: "Es ist fast alles betroffen, weil wenn jemand über Dubai auf die Malediven fliegt oder nach Thailand, dann ist das auch betroffen", sagt Kuoni-Filialleiter Peter Hauptmann.
Gefragt sind aktuell vor allem westliche Reiseziele wie Spanien oder die Kanaren. Wie sich die Lage auf den Sommer auswirkt, ist noch unklar.