Die Wiener Innenstadt lockt jedes Jahr tausende Menschen aus aller Welt an. Auch wenn das Geschäft heuer gut gelaufen ist, schaut die Hotellerie in Wien mit gemischten Gefühlen auf die nächsten Wochen.
Wie der ORF berichtet, sind die Erwartungen für Ostern eher gedämpft. "Die Buchungslage ist zwischen minus 15 und 30 Prozent, was Ostern betrifft. Das liegt daran, dass Ostern heuer sehr früh stattfindet und wir natürlich hier in direkter Konkurrenz auch zur Ferien-Hotellerie sind. Viele überlegen doch, Skifahren zu gehen", meint Felix Neutatz, Fachgruppenobmann für Hotellerie in der Wiener Wirtschaftskammer.
Ein weiteres Thema: In Wien gibt es mittlerweile mehr Hotelbetten als noch vor einem Jahr, vor allem im Drei- bis Fünf-Sterne-Bereich. 1.500 Betten mehr stehen zur Verfügung, das sorgt für einen Preiskampf unter den Hotels.
Zusätzlich belasten die Konflikte im Nahen Osten die Buchungslage: "Unsere Hauptherkunftsmärkte, die Fernmärkte, bleiben aktuell auch leider aus. USA, Großbritannien, aber auch Israel sind aufgrund der geopolitischen Lage deutlich hinterher", so Neutatz weiter.
Die Ostermärkte gehören für viele Wien-Besucher zum Pflichtprogramm, spielen aber laut Hotellerie eine viel kleinere Rolle als die bekannten Weihnachtsmärkte. Auch bei den Führungen durch Wien ist die Auslastung geringer als erhofft. Wegen der angespannten geopolitischen Lage buchen viele Gäste laut Gerti Schmidt, Spartenobfrau der Fremdenführer, erst sehr kurzfristig.
Die Marketing-Experten von WienTourismus sehen die Situation nicht ganz so schwarz. Immerhin gab es im Februar im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von fünf Prozent. "Wien blickt auf eine stabile Buchungslage, zu der erfahrungsgemäß auch noch kurzfristige Buchungen hinzukommen", heißt es in einer Stellungnahme. Viele Urlauber entscheiden sich erst, wenn klar ist, wie viel Schnee es in den Skigebieten gibt.