Kolumbien: Präsident will Milliarden-Schatz heben

Vor 300 Jahren sank die Galeone "San Jose" mit Gold und Smaragden – jetzt will sie Kolumbiens Präsident Santos heben.

Fast zehn Stunden dauerte 1708 die Schlacht von Barú (englisch: "Wager's Action"), dann wurde die spanische Galeone "San José" von den vier britischen Kriegsschiffen in Brand geschossen und sank nach einer Explosion der Pulverkammer – 578 Matrosen, Soldaten und Passagiere fanden den Tod, nur elf Überlebende wurden gerettet. Mit dem Schiff sollen 344 Tonnen Gold- und Silbermünzen sowie 116 Kisten mit Smaragden aus Peru untergegangen sein.

Der Schatz könnte nach 300 Jahren endlich geborgen werden. Grund: Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos hat jetzt die rasche Bergung der spanischen Galeone angekündigt. Der Friedensnobelpreisträger sagte, dass eine staatlich-private Allianz in den vergangenen Monaten die Details des Projekts erarbeitet habe, dass nun gestartet werden könne.

Die Bergung der "San Jose" könnte Jahren dauern (Quelle: YouTube).

Wissenschafter hatten Ende 2015 Teile des Wracks vor der Hafenstadt Cartagena entdeckten, die Schätzungen über den Wert der Ladung reichen von 2,67 bis 15,15 Milliarden Euro. Wem das Schiff gehört, ist allerdings umstritten: Nach der Entdeckung der "San Jose" meldete neben dem Bergungsunternehmer SSA, dass die Galeone bereits 1981 lokalisiert hatte, auch Spanien Ansprüche an – nach einem UNESCO-Abkommen gehören gesunkene Kriegsschiffe dem Staat ihrer Herkunft. Doch Kolumbien hat die Konvention nicht unterzeichnet.

Die Bergung könnte Jahre dauern – wenn der Schatz überhaupt da ist

Zuletzt könnte auch Peru Ansprüche geltend machen: Neben den Smaragden stammten die Münzen, die die "San José" an Bord gehabt haben soll, vermutlich ursprünglich aus Gold, das die ehemaligen Kolonialherren aus dem Vizekönigreich Peru nach Spanien überführen wollten. Präsident Santos betonte jetzt, dass es ihm weniger auf das Geld ankomme und er das archäologische Erbe retten möchte.

Das Projekt könnte sich darüber hinaus als schwierig erweisen: Zum einen haben die Forscher bislang nur Kanonen und Keramikgefäße mit Hilfe einer Unterwasserkamera entdeckt – und zum anderen würde eine Bergung der Münzen und Edelsteine Jahre dauern.

(tas)

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