"Komm, Rudi" – Frauen-Wutrede im Parlament

Gabriele Heinisch-Hosek: "Es ist respektlos, dass Sie am Frauentag so wenig über Frauen reden. Ebenso respektlos ist der FPÖ-Lärmpegel."
Gabriele Heinisch-Hosek: "Es ist respektlos, dass Sie am Frauentag so wenig über Frauen reden. Ebenso respektlos ist der FPÖ-Lärmpegel."Picturedesk
Es war eine Rede, wie sie das Parlament selten erlebt. Die SPÖ-Frauenchefin Heinisch-Hosek las am Frauentag Regierung und Opposition die Leviten.

Sebastian Kurz war erster Adressat der Strafpredigt. Der Kanzler hatte (bei 12 Minuten Redezeit) Neonazis bei Corona Demos verurteilt ("Es widert mich an") und nur 7 Minuten für Frauen verwendet. "Das ist respektlos", donnerte Heinisch Hosek. Auch die FPÖ sei respektlos, weil ihr "Lärmpegel bei der Rede der SPÖ-Chefin Rendi-Wagner seinesgleichen suchte". Die Regierung mache Frauen zwar Hoffnung, doch "davon können wir nicht leben", so die SPÖ-Frauenchefin. Ihr fehlten Taten.

Heinisch-Hosek fordert Taten

Je länger Heinisch-Hosek sprach, um so lauter wurde sie. Ein Mikrofon wäre bei ihrer achtminütigen Rede nicht wirklich notwendig gewesen, man hätte sie auch so hören können. Der Kanzler solle Frauenthemen zur Chefsache machen. Kurz solle zu Arbeitsminister Kocher sagen: "Komm' Martin, wir schnüren ein Arbeitsmarktpaket für Frauen." Zu Gesundheitsminister Anschober: "Komm' Rudi, schaffen wir Arbeitsplätze für Frauen im Pflegebereich." (Da applaudierte sogar Philippa Strache.) Zu Finanzminister Blümel: "Komm' Gernot, mach' ma ein Konjunkturpaket für Frauen". Doch nichts geschehe.

"Klatsch, Klatsch und von Heldinnen reden ist zu wenig", schloss die SPÖ-Frauenchefin, die im Juni nach 12 Jahren im Amt zurücktritt.

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