Kommentar Christiane Tauzher: GeBALLte Ladung Blabla

Da las man also, dass Herr Treichl es vorziehen würde, Ski zu fahren, anstatt Gattin Desi beim Opernball hinterherzudackeln. Der Kanzler hat auch eine Ausrede. Na, zum Glück ist auf den Bundespräsidenten und auf den ORF Verlass.

Letzterer verspricht uns jedes Jahr "die schönsten Bilder vom Ball der Bälle", und dann lässt er zwei Moderatoren von der Leine, die aufgeblasenes Blabla machen. Bitte wen, außer seine Frau, interessiert es schon groß, ob Herr Spindelegger heute noch tanzen wird. Uns fallen die Augen zu.

Die guten Geschichten müsste man suchen. Dann stößt man vielleicht, so wie ich vor etlichen Jahren, auf ein steinaltes Ehepaar, das in der Oper seinen sechzigsten Hochzeitstag feiert. Oder auf eine Hernalser Friseurin, deren Busen "extra für den Ball" aufsilikoniert worden ist.

Oder auf eine Verkäuferin, die sich die Karte vom Mund abgespart hat. Ihr "Kleid" sah nicht nur so aus, als bestünde es aus lauter zusammengenähten Tüchern. "Hauptsache is bodenlang", sagte sie, "a neicher Fetzen woar nimmer drin." Der Opernball hat viele Geschichten. Es erzählt sie uns nur niemand.

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