Kommentar von "Heute"- Chefredakteur Christian Nusse...

Bild: Denise Auer

Wer jetzt überrascht tut, ist entweder Phantast oder Heuchler. Nein, es war nicht damit zu rechnen, dass uns die "Christkindl-Regierung" mit einem Reformpapier Freudentränen in die Augen treibt. "Man muss Österreich nicht neu erfinden", sagte der Kanzler gestern und meint damit: Alles soll so bleiben, wie es ist.

Wer jetzt überrascht tut, ist entweder Phantast oder Heuchler. Nein, es war nicht damit zu rechnen, dass uns die "Christkindl-Regierung" mit einem Reformpapier Freudentränen in die Augen treibt. "Man muss Österreich nicht neu erfinden", sagte der Kanzler gestern und meint damit: Alles soll so bleiben, wie es ist.

Das denkt er im Guten, ist für viele aber eine Drohung. Bessere Schulen, endlich weniger Bürokratie, ein gerechteres Pensionssystem – es gäbe so unendlich viel zu tun in diesem Land. Aber die Angst, bei der nächsten Wahl noch mehr Macht zu verlieren, ist größer als die Hoffnung, mit Reformmut neue Wähler anlocken zu können.

So simpel ist Politik. Stellen wir uns der Realität: Diese Koalition heiratet nicht aus Liebe, sondern weil eine Brautschau anderswo erfolglos ist. Die Partner dieser Zweck­ehe denken vorrangig an das Fortkommen ihrer Sippe (um nicht auch noch die zu verprellen). Geschlossen wurde ein Ehevertrag, der das Zusammenleben regelt, aber keinen Raum für Lust lässt. Das eigentlich Bittere daran aber ist, dass diesem Land jede ernsthafte politische Alternative dazu fehlt.

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