"Hab gezittert"

Kommt aus Vertrag nicht raus – Frau kriegt Panikattacke

Nachdem eine Wienerin davon ausgegangen war, ihren Energieliefervertrag erfolgreich gewechselt zu haben, stellte sich das Ganze als Irrtum heraus.

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Kommt aus Vertrag nicht raus – Frau kriegt Panikattacke
Eine Wienerin war am Freitag völlig mit den Nerven am Ende, dabei wollte sie nur ihren Stromvertrag wechseln. (Beispielbild)
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Vergangenen Freitag durchforstete Anna-Lisa (Name von der Redaktion geändert) das Internet und stieß auf ein tolles Angebot für Strom und Gas. "Ich habe einen absolut sensationellen und günstigen Energie-Anbieter gefunden, also beschloss ich, den bestehenden Vertrag bei Wien Energie zu kündigen. Was dann folgte, ist unbeschreiblich und kann nicht wahr sein", erzählte die 75-Jährige gegenüber "Heute".

Großes Missverständnis – Kündigung eingereicht

Laut Anna-Lisa stand sie im schriftlichen Austausch mit ihrem derzeitigen Anbieter. Das Energieunternehmen (Wien Energie) teilte der Dame bereits in der ersten Mail mit, dass ihr Vertrag noch bis August 2024 laufen würde und dass sie aus diesem auch nicht mehr aussteigen könne: "Es besteht jedoch die Möglichkeit, Ihre Anlage tagesaktuell unter Einhaltung der 14-tägigen Kündigungsfrist abzumelden", hieß es weiter.

In dem Glauben, dass sie ihren Vertrag jetzt doch wechseln könne, leitete sie alles dementsprechend in die Wege. Sie kündigte bei der Wien Energie und trat in Kontakt mit ihrem neuen Anbieter, nichts ahnend, dass der neue Vertrag aufgrund der Bindung bei Wien Energie (bis August 2024) automatisch abgelehnt wurde. In einer weiteren Mail ihres alten Lieferanten stieß ihr nämlich folgender Satz ins Auge: "Gerne können wir die Abmeldung veranlassen, jedoch müssen wir Ihnen mitteilen, dass Sie bis zum Ablauf der Bindung den Anbieter nicht wechseln können"

Herzrasen und Panikattacke – dann muss Wienerin zum Arzt

Plötzlich verstand die Wienerin die Welt nicht mehr: "Da es Freitagnachmittag war, erreichte ich in diversen Büros niemanden mehr. Ich brauchte ärztliche Hilfe, denn mir sind die Knie eingeknickt. Ich war total fertig, habe stark gezittert, hatte Herzrasen und eine Panikattacke."

Die Wienerin empfindet große Wut für das Unternehmen: "Wien Energie hat es geschafft, mich fast umzubringen. Gott sei Dank habe ich einen Hausarzt, der mir eine starke Beruhigungsspritze gegeben hat. Er hätte mich am liebsten sofort ins Spital eingewiesen".

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Bindender Vertrag – Wien Energie mit Kulanzlösung

Auf "Heute"-Anfrage teilte Wien Energie mit, dass Anna-Lisa im August 2023 ein Strom- und Gasangebot mit einjähriger Bindung angenommen hätte: "Dafür erhält sie von uns Frei-Energietage und profitiert von einem besonders günstigen Strom- und Gastarif. Im Gegenzug hat die Dame einer Bindung an Wien Energie für ein Jahr zugestimmt."

Zwar sei in den allgemeinen Lieferbedingungen von einer 14-tägigen Kündigungsfrist die Rede. Klar festgelegt sei aber, dass gesondert vereinbarte Bindungsfristen, wie jene von Anna-Lisa, zu berücksichtigen seien.

"Im Sinne einer Kulanzlösung ermöglichen wir ihr dennoch die Abmeldung unseres Energieliefervertrags. Dieser endet mit Ende Februar. Wichtig: Die Wohnung wird nur so lange mit Energie versorgt, solange ein aufrechter Liefervertrag besteht.", so das Unternehmen abschließend.

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    Auf den Punkt gebracht

    • Eine 75-jährige Frau aus Wien erlebte eine Panikattacke, nachdem sie glaubte, erfolgreich ihren Stromvertrag gekündigt zu haben, was sich jedoch als Irrtum herausstellte
    • Sie beschuldigte Wien Energie, das Unternehmen reagierte schließlich mit einer Kulanzlösung
    red
    Akt.
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