In Slowenien überlegt man offenbar, den österreichischen Weg zu gehen und einen Lockdown für Ungeimpfte einzuführen. Allerdings wartet Österreichs Nachbar noch auf eine entsprechende Entscheidung des Verfassungsgerichts. Das sagte der slowenische Regierungschef Janez Jansa heute im Parlament. Österreich habe eine drastische Beschränkung für alle Ungeimpften eingeführt, jetzt müsse man so schnell wie möglich wissen, ob man diesen Weg auch beschreiten könne, so Jansa.
Das Nachbarland verschärfte erst vergangenen Montag die Maßnahmen, die allerdings auch für Geimpfte gelten. So dürfen einander nur noch engste Familienmitglieder treffen, private Feste wie Hochzeiten sind untersagt und die Gastronomie hat nur noch zwischen 5.00 und 22.00 geöffnet. Außerdem sind Schulkinder dazu verpflichtet, sich testen zu lassen, was für viel Empörung im Land sorgt. Eltern laufen Sturm gegen die Regelung, während die Regierung auf die reibungslose Umsetzung der Schultests insbesondere in Österreich verweist.
Die slowenische Minderheitsregierung sieht sich in ihrem Corona-Management auch durch Höchstgerichte behindert, die Maßnahmen aus früheren Lockdowns als rechtswidrig aufgehoben hatten. Sie hätten mit einigen ihrer Entscheidungen der Regierung und der Fachwelt "viele Zähne gezogen", kritisierte Jansa. Das sei auch der Unterschied zwischen der Lage in Slowenien und jener "in Staaten, die erfolgreicher sind als wir."