Nachdem Bundeskanzler Werner Faymann (S) und Vizekanzler Michael Spindelegger (V) beim Thema Schulpflichtverletzungen "Handlungsbedarf" konstatiert haben, will Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) nun gemeinsam mit dem Koalitionspartner an einem Maßnahmenpaket arbeiten.
, will Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) nun gemeinsam mit dem Koalitionspartner an einem Maßnahmenpaket arbeiten.
Fünf Eckpunkte umfasst das Maßnahmenpaket, das gemeinsam mit den Bildungssprechern der Regierungsparteien, Elmar Mayer (S) und Werner Amon (V), vorbereitet und konkretisiert werden soll.
Psychologie: Künftig soll es Schwerpunkte im Rahmen der Schulpsychologie - sprich: Gespräche mit einem Schulpsychologen geben.
Verantwortung: Auch sollen alle verantwortlichen Behörden - Schulleitungen, Schulaufsicht, Jugendwohlfahrt und Verwaltungsbehörden - zur Verantwortung gezogen werden und aufgefordert, ihre Zusammenarbeit zu intensivieren.
Information: Die gegenseitigen Informationsflüsse sollen "effizienter" gestaltet werden.
Strafe: Eine mögliche Erhöhung der derzeitigen Höchststrafe von 220 Euro ist nach dem Vorstoß von Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (V) Thema.
Gesetz: Die Verankerung von Eltern-Schüler-Lehrer-Gesprächen in allen Schulformen für die Dauer der Schulpflicht soll gesetzlich verankert werden.
Rund 1.500 Strafverfahren laufen
Laut Unterrichtsministerium laufen derzeit rund 1.500 Strafverfahren wegen Schulpflichtverletzungen in Österreich, zu einer Höchststrafe von 220 Euro kommt es bei nur knapp zwei Prozent der Fälle, was "mit den Länderbehörden noch zu diskutieren sein wird", wie es aus dem Unterrichtsministerium hieß.
Als Grundlage für die Erarbeitung des Pakets soll eine Studie dienen, bei der Motive von Schulpflichtverletzung, Schulverweigerung und Absentismus erhoben sowie der Einfluss von sozioökonomischer Herkunft und Migrationshintergrund festgestellt werden soll. Kurz hatte im Zusammenhang mit seiner Forderung nach stärkeren Sanktionen angegeben, dass diese besonders Migranten betreffen würde, Zahlen dazu gibt es jedoch bisher nicht.
Ausschlafen als Hauptgrund
2007 gab es zwar eine Untersuchung zu "Schulschwänzen - Verweigern - Abbrechen". Damals wurde das Bedürfnis auszuschlafen am häufigsten als Grund fürs Schwänzen genannt.