Mittlerweile tummeln sich viele Menschen im kürzlich teileröffneten Volksgarten. Die Dimensionen sind beeindruckend: Allein die neue Spiellandschaft hat rund 6.000 Quadratmeter, insgesamt 28 Geräte wurden aufgebaut.
Der Star in der Park-Freizeitanlage ist ein echter Riese: der 18 Meter hohe, pyramidenförmige Rutschturm. Dieser ragt so weit in den Welser Himmel, dass er kurioserweise sogar eine eigene Blitzschutzanlage braucht.
Dass die FPÖ im blau regierten Wels auf eine Videoüberwachung in dem Areal setzen will, ruft nun die städtischen Sozialdemokraten auf den Plan: Man stehe dem Vorhaben grundsätzlich offen gegenüber. Die Partei warnt aber davor, Sicherheit ausschließlich über Kameras definieren zu wollen.
Man könne damit einen Konflikt beobachten, ihn aber nicht verhindern, betont SP-Vorsitzender Klaus Schinninger. Gerade in einem Park, der von unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen genutzt werden soll, sei ein umfassenderes Sicherheitskonzept notwendig. "Neben technischen Maßnahmen braucht es vor allem Menschen vor Ort."
Die Partei pocht eine professionelle Parkbetreuung, die regelmäßig präsent sei, das Gespräch mit den Nutzern suche und bei Konflikten frühzeitig eingreifen könne. "Wenn Jugendliche, Familien, ältere Menschen und andere Gruppen denselben öffentlichen Raum nutzen, kann es natürlich zu Spannungen kommen", so Schinninger.
Ziel müsse sein, solche Konflikte möglichst früh zu erkennen und zu entschärfen. "Und nicht erst dann zu reagieren, wenn etwas passiert ist", betont Schinninger. Für die SPÖ ist klar: "Soziale Prävention und Videoüberwachung schließen einander nicht aus."
Harsche Kritik kommt von den Grünen: "Es erscheint mir wenig sinnvoll, einen in der Nacht unbeleuchteten Park flächendeckend zu überwachen. Weil's da nämlich finster ist", sagt Stadtrat Thomas Rammerstorfer.
Eine dauerhafte Beleuchtung des Parkes sei vom ökologischen Standpunkt klar abzulehnen. "Und auch Wachtürme mit Suchscheinwerfern, wahrscheinlich die nächste Idee der Sicherheitsapostel, würden zu einer erheblichen Lichtverschmutzung führen."
Zudem sei eine flächendeckende Maßnahme aus finanzieller Hinsicht abenteuerlich, sie würde wohl mehrere hunderttausend Euro verschlingen. "Ich denke auch nicht, dass die Menschen, die sich am Traunufer oder auf der Liegewiese sonnen lassen, dabei permanent gefilmt werden wollen."