Die Stadt Schärding steht finanziell massiv unter Druck. Geld für wichtige Sanierungen fehlt, gleichzeitig sind auch zwei städtische Wohnanlagen selbst dringend renovierungsbedürftig.
Jetzt zieht die Stadt die Konsequenzen: Die Immobilien sollen verkauft werden. Mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung den geplanten Verkauf an eine private Immobilienfirma auf den Weg gebracht.
Betroffen sind die Wohnanlagen am Kainzbauernweg und in der Max-Hirschenauer-Straße. Insgesamt geht es um 54 Mietwohnungen. Der erhoffte Erlös: rund 1,7 Millionen Euro.
SP-Bürgermeister Günter Streicher sieht in dem Verkauf den richtigen Schritt: "Das Konzept der Immobilienfirma war aus den eingegangenen Angeboten das überzeugendste." Die Gebäude seien sanierungsbedürftig, "es hätte einiges an Geld investiert werden müssen. Geld, das wir als Stadtgemeinde aktuell nicht haben."
Der finanzielle Druck wird durch den Härteausgleich zusätzlich verschärft. Jeder zusätzliche Euro an Spielraum ist für die Stadt derzeit von großer Bedeutung. Rückendeckung für den Immobilienverkauf kommt vom Oberösterreichischen Landesrechnungshof. Dieser hatte im Zuge einer Gebarungsprüfung empfohlen, nicht betriebsnotwendige Vermögenswerte zu veräußern.
Das dadurch frei werdende Geld soll Schärding für dringend anstehende Projekte verwenden. Auf der langen Sanierungsliste stehen unter anderem die historische Kaiser-Franz-Joseph-Volksschule, die Herzog-Ludwig-Brücke am Seilergraben sowie die Alte Innbrücke. Gleichzeitig soll der Verkaufserlös die angespannte Liquidität der Stadt verbessern.
Für die Bewohner der beiden Wohnanlagen soll sich vorerst nichts ändern. Nach Angaben des Bürgermeisters bleiben sämtliche bestehenden Mietverträge in ihrer derzeitigen Form aufrecht. Die endgültige Entscheidung über den Verkauf ist für die Gemeinderatssitzung im Oktober geplant.