Politik

König Abdullah-Zentrum soll neu organisiert werden

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:01

Der Poker rund um das Abdullah-Zentrum in Wien soll vorbei sein. Am Freitag hat man sich auf eine Neuaufstellung geeinigt. An den Verträgen soll sich jedoch nicht viel ändern, die angekündigte Reform sei nur eine Augenauswischerei, meint die Menschenrechtssprecherin der Grünen Alev Korun in einer Aussendung am Freitag.

Am Freitag sollen die nervenaufreibenden Verhandlungen zur Zukunft des König-Abdullah-Zentrum in Wien positiv zu Ende gegangen sein. Man habe sich auf eine annehmbare Neuorganisation geeinigt, wie Diplomaten berichten. Die Neuaufstellung enthalte ein klares Bekenntnis zu Religionsfreiheit, einen stärkeren Fokus auf das Verhältnis von Religionsfreiheit und Menschenrechten und eine "Öffnung und neuen Kommunikationskultur in Erfüllung der Dialogaufgaben".

"Nur große PR-Offensive"

Die grüne Menschenrechtssprecherin Alev Korum stellt in einer Aussendung klar: Das Papier, das in der heutigen nicht öffentlichen Sitzung offensichtlich abgesegnet wurde und jetzt gesickert ist, zeige, dass sich an den Verträgen nichts ändern soll. Dafür werde aber eine PR-Offensive auf allen Kanälen gestartet. Die völlige finanzielle Abhängigkeit vom wahabitischen Königreich Saudi-Arabien bleibe bestehen.

"Finanzielle Abhängigkeit bleibt"

"Das sunnitisch-wahabitische Saudi-Arabien, das gerade Schiiten im Jemen bombardiert, finanziert weiter. Und soll gleichzeitig im Rest der Welt interreligiösen Dialog stiften", kritisiert die grüne Menschenrechtssprecherin. Es seien laut Korun auch keine neuen Vertragsparteien in Sicht, obwohl genau das seit Monaten angekündigt wurde.

Auch das Bundeskanzleramt zeigt sich noch zurückhaltend. Man müsse erst schauen, ob den Worten auch Taten folgen, teilte ein Sprecher des Kanzlerministers mit. Es seien auf alle Fälle noch weitere Schritte und Gespräche nötig, wie Außenamtssprecher Martin Weiss sagte.

 

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