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Können Sie Ärzte-Tipps bei Babynahrung trauen?

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:19

Bereits im Babyalter wird der Grundstein für das künftige Essverhalten gelegt. Etwa ab dem sechsten Lebensmonat bekommen die Kinder meist zusätzliche Nahrung in Form sogenannter Beikost. Verunsicherte Eltern erkundigen sich gerne beim Kinderarzt, was auf dem Speisezettel stehen soll. Das Verbraucherschutzmagazin "Konsument" hat deshalb 15 Wiener Kinderärzte und ihre Beikostempfehlungen getestet. Der Großteil schnitt mit "sehr gut" oder "gut" ab, drei erhielten für die Beratung jedoch nur weniger zufriedenstellende Noten.

Bereits im Babyalter wird der Grundstein für das künftige Essverhalten gelegt. Etwa ab dem sechsten Lebensmonat bekommen die Kinder meist zusätzliche Nahrung in Form sogenannter Beikost. Verunsicherte Eltern erkundigen sich gerne beim Kinderarzt, was auf dem Speisezettel stehen soll. Das Verbraucherschutzmagazin "Konsument" hat deshalb 15 Wiener Kinderärzte und ihre Beikostempfehlungen getestet. Der Großteil schnitt mit "sehr gut" oder "gut" ab, drei erhielten für die Beratung jedoch nur weniger zufriedenstellende Noten.

Der "Konsument" hat Berichte von betroffenen Jung-Eltern zum Anlass genommen, die immer wieder durch falsche Auskünfte – etwa zur Allergieprävention – von Ärzten verunsichert worden sind. Dazu hat eine Testperson mit ihrem Baby 15 zufällig ausgewählte Wiener Kinderärzte (neun Vertragsärzte und sechs Wahlärzte) aufgesucht. Der Testzeitraum erstreckte sich über zwei Monate. Zu Testbeginn befand sich das Kind am Anfang der 17. Lebenswoche.

Der Test fiel insgesamt positiv aus. In den meisten Fällen wurde vermittelt, dass mit der Beikost nicht vor dem fünften Monat begonnen werden darf. Einige der Mediziner rieten dazu, nur zu stillen, solange der Nährstoffgehalt reicht. Die Beratungen dauerten zwischen 15 und 55 Minuten. Bis auf einen Arzt erkundigten sich alle Mediziner nach dem Mutter-Kind-Pass und sie wollten wissen, ob das Kind noch gestillt wird.

Ein Arzt beriet völlig falsch

Zehn Ärzte untersuchten das Baby, acht fragten nach, ob das Kind eine Frühgeburt war. In neun Ordinationen wollten die Mediziner wissen, ob das Baby auch Flaschenkost erhält. Beim Teilurteil Beratung schnitten zwölf der getesteten 15 Ärzte mit „sehr gut“ beziehungsweise „gut“ ab, in drei Fällen wurde ein „weniger zufriedenstellend“ vergeben. Zwei der letztgereihten Ärzte wollten der Test-Mutter weismachen, dass mit der Beikost bereits ab dem vierten Monat begonnen werden könne, dies führte zur Abwertung im Test.

Alle Kinderärzte waren sich einig, dass Muttermilch beziehungsweise Säuglingsanfangsnahrung zusätzlich zur Beikost angeboten werden soll. Unterschiedliche und fehlerhafte bzw. unvollständige Auskünfte erhielt die Test-Mutter dagegen, was die Gabe von Eiern, Fisch, Nüssen anbelangt. Dass Vielfalt auf dem Speisezettel förderlich ist, nicht gewürzt oder gesüßt werden sollte, wussten fast alle Ärzte. Auch dass bei der Einführung der Beikost kein Zwang ausgeübt und die Gewöhnung mit sehr kleinen Portionen (zwei bis drei Teelöffel) erfolgen sollte, wurde meistens vermittelt.

Info-Zettel meist nur Werbung

In verschiedenen Ordinationen wurde die Mutter auch mit Informationsmaterial versorgt. Dabei zeigte sich allerdings, dass dieses teilweise nicht auf dem neuesten Stand war. Mitunter widersprachen darin gedruckte Aussagen dem in der Ordination mündlich gegebenen Rat. Fragwürdig erschien den Testern auch, wenn von den Ärzten ausgegebene Broschüren von Beikostherstellern stammen, die darin Werbung für ihre Produkte betreiben. In Österreich gebe es gutes, unabhängiges und zudem kostenloses Informationsmaterial, meinte "Konsument".

APA/red

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