Kontakt zu Sellner: Kickl verteidigt seinen Teufel

FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl bei einem Wahlkampfauftritt
FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl bei einem WahlkampfauftrittBild: picturedesk.com

Ein angeblich "intensiver" Kontakt von Kickls ehemaligem Kabinettschef Reinhard Teufel zu "Identitären"-Sprecher Martin Sellner bringt die FPÖ erneut in Bedrängnis.

Kickls ehemaliger Kabinettschef im Innenministerium, Reinhard Teufel, ist Zentrum neuer Vorwürfe - er soll "intensiven Kontakt" zu "Identitären"-Chef Martin Sellner gehabt haben.

Das stehe in einem Bericht des BVT (Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung). Teufel soll bis mindestens Ende 2017 "regelmäßigen" Austausch mit Sellner gepflegt haben.

ÖVP fassungslos

ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer nimmt diesen Bericht als Anlass, einmal mehr ein Verbot der "Identitären" zu fordern. Außerdem müsse FPÖ-Chef Norbert Hofer dringend handeln: "Vor einiger Zeit meinte Hofer, eine Verbindung zu den Identitären und eine Aktivität in der FPÖ sei unvereinbar, das müsse dann wohl auch für Teufels Kontakt zum Chef der Identitären gelten", so Nehammer.

Konsequenzen fordert die FPÖ nicht nur für Teufel, sondern auch für Ursula Stenzel und einen oberösterreichischen FPÖ-Kandidaten, dessen Nähe zu den Identitären ebenfalls vor wenigen Tagen erst bekannt geworden war.

FPÖ: Skandalisierungsversuch

Die FPÖ geht direkt in den Gegenangriff über: Reinhard Teufel selbst sieht einen "Skandalisierungsversuch ohne neue Erkenntnisse." Denn er habe schon im August zugegeben, dass er als Büroleiter des damalige FPÖ-Chefs Strache Kontakt zu verschiedensten Gruppierungen hatte und Sellner sogar einmal persönlich traf.

Auch sein langjähriger Chef, Herbert Kickl, verteidigt Teufel. Das, was da geschehe sei "Rufmord an einer untadeligen Person", es seien "dreckige Methoden des Anpatzens" und eine "Sudelkampagne" am Laufen.

BVT "dicht wie ein Nudelsieb"

Das BVT, aus dessen Zwischenbericht die Vorwürfe stammen, sei offenbar "so dicht wie ein Nudelsieb", wenn solche Informationen mitten in einem Ermittlungsverfahren an die Öffentlichkeit gelangen.

Das von der ÖVP geforderte Verbot der "Identitären" lehnte Kickl erneut ab, weil das ein "Grundrechts-Eingriff" sei.

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