Konten gehackt – 200.000 € nach Afrika transferiert

Die Betrüger hackten Konten von mehreren Opfern, bestellten dann Handys im Internet.
Die Betrüger hackten Konten von mehreren Opfern, bestellten dann Handys im Internet.Bild: iStock
Ein Handykauf entlarvte einen 32-jährigen Betrüger aus Linz. Dank weiterer Ermittlungen gelang es, ein Hacker-Netzwerk zu überführen.
Aufgeflogen war das Hacker-Gespann aufgrund eines misslungenen Handykaufs vergangenen September in Traun (Bez. Linz-Land).

Ein 32-Jähriger wollte in einem Geschäft ein bestelltes Handy abholen. Der Laden-Besitzer wusste zu diesem Zeitpunkt aber bereits, dass der Kunde das Handy über ein gehacktes Konto gekauft hatte. Er erstattete Anzeige.

Warum er das wusste? Er war vom Online-Bezahldienst darüber informiert worden, dass der Kontoinhaber selbst das Telefon nicht bestellt hatte, weil er gehackt worden war.

CommentCreated with Sketch.4 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Laut Polizei steckt hinter den Taten ein Mann namens "Momo". Dieser soll laut Polizei seit 1. September 2018 von Frankreich aus Konten von sechs Opfern gehackt und damit Smartphones in Österreich bestellt haben.

Sein 32-jähriger Komplize, der in Traun bei der Abholung eines Handys erwischt worden war, soll "Momo" geholfen haben. Er ist in Österreich asylberechtigt und lebt in Linz.

Handys in die Elfenbeinküste versandt



Die Handys versandte der 32-Jährige in die Elfenbeinküste, wie die Polizei berichtet. Manchmal soll er aber auch mit dem Auto nach Frankreich gefahren sein, um sie "Momo" persönlich zu geben.

Für drei Handys hat der 32-Jährige 3.100 Euro verdient. Diese transferierte er auf ein Konto nach Togo. Die Polizei geht davon aus, dass insgesamt 200.000 Euro zwischen März und Oktober 2018 über vier Bankkonten zwischen den Ländern transferiert wurden.

Beschuldigter gestand, Konten gehackt zu haben



Bei seiner Befragung durch die Polizei gestand der 32-Jährige, Online-Bezahlkonten gehackt und dabei drei Mobiltelefone gestohlen zu haben. Er habe alle Bankomatkarten für die illegalen Konten besessen.

Dass auf die Konten regelmäßig Geld floss, sei die Aufgabe eines unbekannten Mannes aus dem Togo gewesen. Wie die Polizei berichtet, soll der Unbekannte Betrugsopfer dazu genötigt haben, Geld zu überweisen.

Der 32-Jährige habe dann das Geld abgehoben, um es danach wieder zurück in die Elfenbeinküste und in den Togo zu transferieren.

Um unauffällig zu bleiben, verwendete der Beschuldigte laut Polizei für die Überweisungen gefälschte Asylkarten und illegal erworbene Reisepässe aus der Elfenbeinküste. Die Polizei konnte dem 32-Jährigen 30 Fälschungen nachweisen.

Derzeit befindet sich der Beschuldigte in Linz in Untersuchungshaft.



(mip)

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