Welt

Kontrollierte Sprengung bei Bomber-Wohnung

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:59

Vier Tage nach dem Terroranschlag auf den Boston-Marathon ist der verbliebene Boston-Attentäter weiterhin auf der Flucht. Die Fahnder ziehen die Schlinge aber offenbar immer enger. In der Wohnung der Attentäter in der Ortsschaft Cambridge wurde Sprengstoff gefunden, der von den Behörden kontrolliert gesprengt wird.

ist der verbliebene Boston-Attentäter weiterhin auf der Flucht. Die Fahnder ziehen die Schlinge aber offenbar immer enger. In der Wohnung der Attentäter in der Ortsschaft Cambridge wurde Sprengstoff gefunden, der von den Behörden kontrolliert gesprengt wird.

In einer Pressekonferenz der Einsatzkräfte am frühen Abend wurde angekündigt, dass bei der Wohnung der Attentäter im benachbarten Cambridge eine kontrollierte Spregnung durchgeführt werde. Offenbar wurde in der Wohnung der beiden Brüder Sprengmaterial sichergestellt. Laut "Boston Globe" kam es auch zu zwei Festnahmen.

Es wurde zudem bekannt gegeben, dass das Suchgebiet in der Ortschaft Watertown nahe Boston bereits zu 60 bis 70 Prozent abgedeckt sei. In dem Suchgebiet, das etwa 20 Häuserblocks umfasst, wird der flüchtige Dschochar Zarnajew vermutet.

Schlinge zieht sich zu

Die Schlinge um den 19-jährigen Flüchtigen zieht sich offenbar immer enger zu. Ein grauer Honda CRV, der dem jungen Tschetschenen vermutlich als Fluchtwagen diente, fanden die Behörden verlasen auf. In der Ortschaft Watertown nahe Boston läuft die intensive Fahndung indes weiter. Ein Bereich von 20 Häuserblocks wurde von schwerbewaffneten SWAT- und FBI-Einheiten abgeriegelt und wird nun sukzessive durchsucht.

Tschetschenisches Brüderpaar

Laut der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) handelt es sich bei dem noch auf der Flucht befindlichen Attentäter um einen 19-jährigen Tschetschenen. Dschochar Zarnajew, Jahrgang 1993, lebt seit mindestens zwei Jahren in den Vereinigten Staaten und war Student auf der Ivy-League-Universität Cambridge unweit von Boston.

Wie Behörden und der Onkel der Verdächtigten bestätigten, handelt es sich bei den Boston-Attentätern um zwei Brüder. Der Vater des Flüchtigen sagte gegenüber AP,  sein Sohn sei ein ausgezeichneter Student und ein "wahrer Engel". Die Polizei befürchtet, dass der Flüchtige einen Sprengsatz am Körper trägt, wie es bei dessen getöteten Bruder, dem 26-jährigen Tamerlan Zarnajew, wahrscheinlich der Fall war.

Beispiellose Großfahndung

Zuvor haben die Behörden ganz Boston in einer beispiellosen Fahndungsaktion abgeriegelt. Der öffentliche Nahverkehr sowie Müllabfuhr wurden eingestellt. Der Taxiverkehr wurde anfangs ebenfalls eingestellt, hat seinen Dienst aber inzwischen wieder aufgenommen, wie der "Boston Globe" berichtete. Bewohner wurden aufgefordert, in ihren Wohnungen zu bleiben und nur Polizisten zu öffnen, die sich ausweisen können.

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Dramatische Verfolgungsjagd

Vorausgegangen waren (Massachusetts Institute of Technology) nahe Boston. Ein Polizist wurde getötet. Er war wegen einer Ruhestörung zu dem Gelände gerufen worden. Anschließend überwältigten die Männer laut Polizei einen Autofahrer und ergriffen mit ihm als Geisel die Flucht. Eine halbe Stunde später wurde die Geisel an einer Tankstelle freigelassen. Unverletzt.

Die wilde Verfolgungsjagd endete im rund fünf Meilen entfernten Watertown. Die Flüchtigen warfen mehrere Sprengsätze, ein 69-jähriger Pensionist sprach von drei lauten Explosionen. Erneut kam es zu einer Schießerei - einer der beiden Verdächtigen wurde dabei schwer verletzt und starb wenig später im Krankenhaus. Der andere konnte die Flucht fortsetzen. Die Schießerei, in der Tamerlan Zarnajew niedergestreckt wurde, war massiv. Die Zahl der Schusswunden sei "nicht zu zählen gewesen", berichteten Krankenhausärzte. Doch einige Verletzungen seien auch durch Sprengstoff verursacht worden.

Behörden unterbrachen Nahverkehr von Boston

Die beiden Marathon-Bomber wurden von der Polizei als "Black Hat Suspect" und "White Hat Suspect" bezeichnet. Während der Mann mit der schwarzen Kappe, der ältere der beiden Brüder, getötet wurde, handelt es sich bei dem mit der weißen Kappe um den noch flüchtigen Dschochar Zarnanjew. Der gesamte Nahverkehr in Boston wurde für die Fahndung nach dem Terroristen unterbrochen.

Am Donnerstagabend hatte die Polizei , die kurz vor dem Terroranschlag am Montag am Tatort aufgenommen wurden. Sie zeigten zwei junge Männer mit Rucksäcken, in denen sie vermutlich den Sprengstoff transportierten. Bei dem Anschlag waren am Montag drei Menschen getötet und 176 verletzt worden.

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