Ein Fahrgast filmte im Februar einen Schwarzfahrer, der in der U2-Station Stadion versucht, zwei Kontrolloren zu entkommen. Die Wiener-Linien-Mitarbeiter halten ihn fest und drücken ihn kurz gegen eine Wand. Laut Wiener Linien hatte er zuvor andere Passagiere belästigt und war danach in der U-Bahn in die Kontrolle geraten.
Das Video zeigt den Vorfall, der sich am 23. Februar kurz nach 8 Uhr im Stationsbereich zugetragen hat. Ein englischsprachiger Fahrgast diskutiert mit zwei Kontrolloren und weigert sich, die Strafe von 103 Euro zu zahlen. Als er versucht, sich aus dem Staub zu machen, hindern ihn die Mitarbeiter daran. Sie stellen sich ihm in dem Weg und stoppen ihn mit den Händen. "Greift mich nicht an, hört auf zu versuchen, mich anzugreifen", schreit dieser und widersetzt sich weiter.
Kontrollore stellen Schwarfahrer an die Wand
Dazwischen droht die Situation kurz aus dem Ruder zu laufen, als der Schwarzfahrer weiter in Richtung der Beamten drängt. Einer der Kontrollore stößt ihn gegen die Wand und hält ihn danach fest.
Während der Mann "Stell das auf YouTube" schreit, dreht sich einer der Mitarbeiter um und geht auf den filmenden Zeugen zu. "Dan (tun) sie filmen oder was? Hm? Ob sie filmen dan? Es ist verboten, hier drinnen zu filmen. Aufpassen", herrscht er ihn an. Der Jahreskartenbesitzer war zuvor ebenfalls kontrolliert worden.
Der Schwarzfahrer spricht kurz darauf von einer "kriminellen Handlung" und fordert die Kontrolle dazu auf, ihn "in Ruhe zu lassen". Danach endet das Video. Laut Wiener Linien wurde er daraufhin der Polizei übergeben. Die Rechnung von 103 Euro wurde ihm ebenfalls ausgestellt.
Verhalten laut Wiener Linien korrekt
Die Wiener Linien berichteten, dass der Mann während der Fahrt andere Passagiere belästigt habe, in dem er Aufnahmen von diesen machen wollte. Dann geriet er in eine Kontrolle, im Zuge dieser er mit den Mitarbeitern ausstieg und es zu der im Video zu sehenden Situation kam.
Sprecher Michael Unger sagte im Gespräch mit "Heute.at", das Verhalten der Kontrollore gegenüber des Schwarzfahrers sei rechtmäßig gewesen. Er berief sich auf die . Demnach ist im Fall, dass eine Identitätsfeststellung verweigert wird, als letztes Mittel die kurzfristige Anhaltung gestattet, bis die Polizei eintrifft.
Beim Wortwechsel mit dem Videourheber hätten diese zurecht ihre Privatsphäre schützen wollen. Unger sprach diesbezüglich von einer "spannungsgeladenen Situation".
Kontrollore haben oft kein leichtes Spiel
Im Job als Kontrollor ist man häufig mit zahlungsunwilligen Schwarzfahrern konfrontiert. Oft kommt es zu gewaltsamen Vorfällen mit Öffi-Mitarbeitern als Opfer.