Wirtschaft

Köpferollen bei Uber: Auch der Chef nimmt "Auszeit"

Nach Kritik am Führungsstil macht Uber-Chef Kalanick Pause. Er will sich zu dem Chef entwickeln, "den diese Firma verdient".
Heute Redaktion
14.09.2021, 00:07

Travis Kalanick begründete seine Entscheidung damit, dass seine Mutter kürzlich gestorben sei. Er brauche nun eine Auszeit "von unbestimmter Dauer", um zu trauern und um nachzudenken. "Wenn wir an Uber 2.0 arbeiten, muss ich auch an Travis 2.0 arbeiten", schrieb er an Mitarbeiter.

Uber war zuletzt massiv in die Kritik geraten. Sexismus am Arbeitsplatz, schlechte Arbeitsbedingungen und der Einsatz einer geheimen Software, mit der offenbar Behördenkontrollen umgangen werden sollten, wurden kritisiert.

Aderlass im Management

Auch der Milliardär und bisherige Uber-Direktor David Bonderman muss das Unternehmen nun verlassen – wegen eines eher sexistischen Witzes. Verwaltungsratsmitglied Arianna Huffington hatte erklärt, wie wichtig es sei, eine weitere Frau in den Verwaltungsrat zu berufen. Darauf sagte Bonderman, dass "dann mehr Geschwätz" in diesem Rat sein werde. Kurz darauf ruderte Bondermann zurück und räumte seinen Posten.

Auch die Nummer zwei des Unternehmens, Emil Michael, verlässt Uber. Ihm war zur Last gelegt worden, für die von vielen Mitarbeitern als aggressiv und sexistisch empfundene Unternehmenskultur mit verantwortlich zu sein.

Untersuchungsbericht



Zuvor hatte das Unternehmen in San Francisco einen internen Untersuchungsbericht veröffentlicht, den der frühere US-Justizminister Eric Holder als Grundlage für Reformen erstellt hatte. In dem Bericht wird Uber unter anderem dringend empfohlen, seine Unternehmenswerte neu zu formulieren. Dadurch müsse eine Firmenkultur geschaffen werden, die auf Teamwork, gegenseitigem Respekt und Vielfalt basiere – "nicht nur als Selbstzweck, sondern als grundlegender Aspekt einer guten Geschäftsführung".

(GP)

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