"Internes Missverständnis"

Kopftuch unerwünscht – jetzt spricht Personalfirma

Am Donnerstag kursierte eine dubiose Feinkost-Stellenanzeige im Netz, es hagelte prompt Kritik. Nun spricht die Personalfirma über den Fauxpas.

Robert Cajic
Kopftuch unerwünscht – jetzt spricht Personalfirma
In Wien sucht eine Billa-Filiale nach Feinkost-Verstärkung – in einem Bezirk sollen Frauen mit Kopftuch aber nicht erwünscht sein.
Billa / zVg

Große Aufregung herrschte am Donnerstag, als ein interner E-Mail-Verkehr zwischen dem Supermarkt-Riesen "Billa" und der Personalfirma "itworks" an die Öffentlichkeit kam. In diesem wurde ab April eine 30-Stunden-Kraft für die Feinkosttheke für eine Filiale in Wien gesucht, aber: "Leider ist das Personal mit Kopftuch in diesem Bezirk nicht erwünscht". Billa prüft den Fall, die Personalfirma spricht von einem "internen Missverständnis".

Billa prüft den Rassismus-Fall intern

Die Rewe-Group nahm die Rassismus-Vorwürfe auf Anfrage sehr ernst, sicherte gegenüber "Heute" eine genaue Prüfung der Hintergründe zu: "Wir gehen dem Vorwurf natürlich umgehend nach."

Man distanziere sich von Rassismus und verwies auf eine aktuelle Lehrberufskampagne: "Aktuell werben wir mit Feinkostmitarbeiter:innen mit Kopftuch", heißt es in der Stellungnahme abschließend – mehr dazu hier.

Personalfirma spricht von "internem Missverständnis"

Auch der Personalservice "itworks" meldete sich zu dem Eklat zu Wort. In einer Klarstellung heißt es, dass die Firma "Vielfalt und Antidiskriminierung als unverzichtbare Grundlagen einer gesunden Unternehmenskultur" sehen.

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Man lege großen Wert auf inklusive und multikulturelle Teams, bei der diskriminierenden Ausdrucksweise habe es sich um ein "internes Missverständnis unsererseits" gehandelt. Man bedauere, dass "der Eindruck entstanden ist, Billa diskriminiere Bewerber*innen mit Kopftuch".

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    Auf den Punkt gebracht

    • Eine Personalfirma in Wien geriet in einen Rassismus-Eklat, als eine Stellenanzeige entdeckt wurde, die besagte, dass Kopftuch tragende Personen für eine Feinkoststelle in einem bestimmten Bezirk nicht erwünscht seien
    • Nachdem die Anzeige öffentlich wurde, distanzierte sich Billa von dieser Ausdrucksweise und betonte, dass sie sich vom Rassismus distanzieren
    • Die Personalfirma entschuldigte sich und nannte es ein "internes Missverständnis", und betonte gleichzeitig ihre Unterstützung für Vielfalt und Antidiskriminierung
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