Fünf EU-Staaten erkennen die Unabhängigkeit des Kosovo nicht an. Darunter auch Spanien. Am Mittwochabend treffen die Iberer nun auf den Kosovo in der WM-Quali. Die Partie findet um 20.45 Uhr in Sevilla statt. Wie der kosovarische Verband mitteilt, werde man das Spiel abbrechen, sollte das offizielle Protokoll mit "Flagge und Hymne" nicht eingehalten werden. Man sei zu "keinerlei Zugeständnissen" bereit, so die Verantwortlichen.
Vor einem Jahr wurde die Begegnung bereits einmal ausgelost – allerdings nur auf der U-17 Stufe. Spanien weigerte sich anzutreten. Da der Kosovo von der Fifa und Uefa als offizieller Verband gezählt wird, haben die Spanier sportlich und rechtlich aber keine Handhabe und müssen spielen. Anfang März ließen die Spanier dennoch einen Giftpfeil ab. In einer Mitteilung schrieb man: Man treffe auf Griechenland, Georgien und das "Territorium Kosovo". Die Kosovaren reagierten schnell. Man sprach von einer Provokation.
Wie "Focus" schreibt, soll am Abend in Sevilla allerdings alles reibungslos ablaufen. Es wurden im Hintergrund diverse klärende Telefonate geführt. Auch die spanische Außenministerin schaltete sich ein. Allerdings nicht ohne nochmals zu verdeutlichen, dass der Kosovo von den Spaniern keine Anerkennung erhält. Sie sagte: "Die Seleccion spielt ja auch gegen die Färöer, Wales, Schottland, Nordirland oder Gibraltar Fußball, obwohl das ebenfalls keine Staaten sind." Auch auf Twitter setzte der Verband am Mittwoch ein positives Zeichen. Zum ersten Mal wurde der Gegner als Kosovo bezeichnet.
Kosovos-Vize-Captain Samir Ujkani sagte zur "Marca": "Der Sport ist zum Glück stärker als die Politik. Er öffnet Türen, vereint Länder und Menschen." Trotzdem bleibt eine gewisse Restsorge. Der technische Direktor des Kosovo sagte: Sollten sich die Spanier trotzdem eine weitere Provokation erlauben, "dann glaube ich, dass die Spieler vom Platz gehen werden, dann wird es zum Eklat kommen."