Kot in Sonnentempel: Peru schmeißt Urlauber raus

Die Touristen werden beschuldigt, ihre Notdurft im historischen Sonnentempel der Inka-Stadt Machu Picchu verrichtet zu haben. Einem Mitglied der Gruppe drohen nun schlimme Konsequenzen.

Das ungustiöse Verhalten von sechs Touristen in der weltberühmten Ruinen-Stadt Machu Picchu hat Anfang der Woche für internationale Schlagzeilen gesorgt.

Die Gruppe war von Parkwächter und Polizisten im Sperrgebiet des sogenannten Sonnentempels festgenommen worden. Sie sollen dort nicht nur ihre Notdurft verrichtet haben, sondern auch einen Stein aus der Struktur gebrochen und dadurch einen Riss im Boden verursacht haben.

15 Jahre Einreiseverbot

Nun sind fünf der sechs Rucksack-Touristen aus Frankreich, Brasilien, Argentinien und Chile abgeschoben worden (siehe Diashow oben). Die Urlauber im Alter zwischen 20 und 32 Jahren wurden unter stoischer Mine ihres Behörden-Aufpassers aus dem Land begleitet und in einen Flieger gesetzt – und freundlich gebeten so schnell nicht wieder zu kommen. Ihnen wurde die Einreise nach Peru für die nächsten 15 Jahre verboten.

Dabei hatten die fünf Männer und Frauen noch Glück im Unglück, denn auf Schändung des kulturellen Erbes stehen schwere Strafen. Das sechste Mitglied der Gruppe, ein 28-jähriger Argentinier nämlich, darf die Region Machu Picchu im Gegensatz zu den anderen Beschuldigten überhaupt nicht mehr verlassen. Da der Reisende zugegeben hat, die Schäden an der Substanz des Sonnentempels angerichtet zu haben, wird er vor Gericht gestellt. Es drohen bis zu vier Jahre Haft.

Die in der ganzen Welt berühmte Ruinenstadt wurde von den Inkas im 15. Jahrhundert in 2.430 Metern Höhe auf einem Bergrücken der Anden zwischen dem Huayna Picchu (dt. "Junger Gipfel") und Machu Picchu (dt. "Alter Gipfel") erbaut.

Zugang zu Machu Picchu extrem eingeschränkt

Aufgrund des Besucheransturms der letzten Jahre wurde der Zugang zu der 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe erhobenen Anlage massiv eingeschränkt. Nur noch 400 Touristen dürfen täglich zwischen 8 Uhr und 14 Uhr aus dem Tal zu Machu Picchu aufsteigen. Dabei ist Schwindelfreiheit unbedingte Voraussetzung, der enge und steile Weg führt stellenweise direkt an einem Abgrund entlang.

Hat man den Aufstieg geschafft, folgt die nächste Hürde. Seit 1. Juli 2017 dürfen sich Touristen in der Ruinenstadt nicht mehr frei bewegen. Zu jedem Ticket muss ein lokaler Guide gebucht werden, der maximal 16 Personen pro Gruppe betreut.

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