Kran bringt Todkranken zu Erstkommunion von Sohn (8)

Ein Kran holte Herrn W. samt Rollstuhl vom 1. Stock seines Hauses ab, anschließend ging's zur Erstkommunion des Sohnemannes.
Ein Kran holte Herrn W. samt Rollstuhl vom 1. Stock seines Hauses ab, anschließend ging's zur Erstkommunion des Sohnemannes.Verein Rollende Engel
Herr W. (OÖ) sitzt im Rollstuhl (110 Kilo). Sein großer Wunsch: bei der Erstkommunion seines Buben dabei zu sein. Ein Kran brachte die Lösung.

Seit über einem Jahr hat Herr W. (möchte anonym bleiben) das Haus nicht mehr verlassen. Er leidet an ALS, einer schweren Erkrankung des motorischen Nervensystems. Kommunizieren kann er nurmehr mit den Augen über einen speziellen Sprachcomputer. Seine Krankheit zwingt ihn seitdem in einen Elektro-Rolli und er muss per Sauerstoffgerät beatmet werden. Seine Familie kümmert sich liebevoll um ihn.

Hinzu kommt, dass der dreifache Familienvater im ersten Stock seines Hauses wohnt. Der Rollstuhl mit Computer, Sauerstoffgerät und Überwachung wiegt 110 Kilo. Das macht es Herrn W. schwer, ohne spezielle Hilfe das Haus zu verlassen.

Verein "Rollende Engel" halfen

Dabei stand vergangenen Sonntag ein besonders wichtiger Anlass an, an dem der Oberösterreicher unbedingt teilnehmen wollte: die Erstkommunion seines 8-jährigen Sohnes. Damit Herrn W. dieser sehnliche Wunsch erfüllt werden konnte, wandte sich seine Frau an den Verein "Rollende Engel" in Wels, der Schwerkranken letzte Wünsche erfüllt.

Die Engel begannen sofort mit der Planung, denn es gab vieles zu bedenken und Fragen zu klären, wie Florian Aichhorn, Obmann des Vereins, berichtet: "Alles wurde bis in das kleinste Detail geplant. Wo können wir zufahren? Wie ist die örtliche Gegebenheit für einen schweren E-Rolli? Wie lange kommen wir mit dem Sauerstoff aus? Und vieles mehr …"

Kran hievte Herrn W. über die Dachterrasse nach unten

Die größte Herausforderung war, Herrn W. mitsamt seines Rollstuhls (gesamt rund 200 Kilo) aus dem 1. Stock zu bringen. Eine Lösung war zum Glück aber schnell gefunden: Ein Kran vor dem Haus hievte den Schwerkranken über die Dachterrasse nach unten. 

Konkret wurde ein "Manitou" mit eigener Bühne organisiert. "Damit wurde Millimeter für Millimeter am Haus angedockt, sodass der Rollstuhl sicher Platz fand und langsam unseren Fahrgast auf die Straße setzte", so der Obmann.

Ein perfektes Fest

Alles ging planmäßig auf und schließlich konnte die Familie zur Erstkommunion fahren. Alle Familienmitglieder strahlten vor Freude, dass sie gemeinsam mit ihrem Papa dieses Fest feiern konnten. Im Anschluss wurden noch viele Familienfotos von diesem Tag gemacht.

"Alles passte super. Es hatte strahlenden Sonnenschein bei 35 Grad. Ein perfekter Tag und für uns als Helfer ist es ein wunderschönes Gefühl, dass wir wieder einen Wunsch erfüllen konnten", so Aichhorn. 

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