Am Freitag kurz nach Mittag, zur denkbar blödesten Zeit, unterschätzte ein Kranwagenfahrer die Höhe seines Fahrzeugs oder vergaß, dass sein Kranarm in die Luft ragte. Ein Knall, schon hing das Oberleitungskabel der Straßenbahn auf die Laxenburgerstraße. Der Bim-Rückstau reichte vom Arthaberplatz bis weit über die Inzersdorfer Straße hinaus.
Da wurden in der Hitze und im Stress der Rush Hour sicher einige Leute aggressiv: Am Freitag um 13 Uhr kappte ein Kranfahrer die Oberleitung auf der Laxenburgerstraße. Gleich zwei Bim-Linien wurden dadurch lahmgelegt. Erst stand nur ein Straßenbahnfahrer hilflos neben seiner Bim, doch zwei Stunden später hätten die Angestellten der Wiener Linien schon locker eine Fußballmannschaft zusammenstellen können.
Während sich Fahrer und Fahrgäste wohl oder übel gedulden mussten, wuchs der Bim-Rückstau weiter und weiter die Laxenburgerstraße hinauf. Favoriten ist der bevölkerungsreichste Bezirk Wiens. Hier leben zehn Prozent aller Einwohner der Bundeshauptstadt. Wer allerdings seine Wohnung nach der Arbeit auch erreichen wollte, musste sich auf Schusters Rappen verlassen.
Die Reparatur-Crew gab zwar ordentlich Gas, bis 15.15 Uhr dauerte es aber doch, die Leitung wieder an den Favoritner Himmel zu hängen. Erst danach ging es für viele ins wohlverdiente Wochenende.