Krätze war hierzulande lange kein Thema. Doch nun breitet sie sich wieder aus. Schuld sind laut einem Dermatologen aber nicht die Flüchtlinge, wie es oft heisst.
Viele Jahre war es still geworden um die Krätze (Skabies). Doch jetzt kehrt die juckende Hautkrankheit zurück. Vor allem Großstädte im Westen von Deutschland sind betroffen. Auch in der Schweiz werden immer wieder Fälle bekannt. Dafür gibt es laut Dermatologen mehrere Gründe.
Eine Rolle könnten dabei Flüchtlinge spielen. Denn auf ihrem Weg nach Mitteleuropa kommen sie an jeder Menge unhygienischer Orte vorbei, wo sie die für das Jucken verantwortlichen Krätzmilben (Sarcoptes scabiei) aufgabeln könnten. Berichte aus Flüchtlingsunterkünften, etwa in Kroatien, vermelden ebenfalls ein Ausbrechen der fast ausgestorbenen Krankheit.
Parasit tarnt sich neuerdings
Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit: Laut Bernhard Korge, Dermatologe und Lehrbeauftragter an der Universität Köln, arbeitet die Scabies-Milbe heutzutage unauffälliger als früher: "Das klinische Erscheinungsbild der Erkrankung hat sich verändert", sagte er zur "Welt". Es ähnele jetzt mehr einem Hautekzem.
Weil die Symptome dadurch nicht mehr eindeutig der Krätze zuzuordnen sind, dauere es länger, bis die Diagnose gestellt wird. Somit haben die unwissenden Betroffenen mehr Gelegenheit, andere Menschen zu infizieren. Auch dies könnte laut Korge ein Grund für die zunehmende Verbreitung der Krankheit sein.
"Für eine Ansteckung muss man sich sehr nahe kommen", sagte Hausarzt Reto Gross vor einiger Zeit zu "20 Minuten". Denn übertragen wird die Krätze bei innigem Körperkontakt, etwa wenn man im gleichen Bett schläft, aber auch in unhygienischen Verhältnissen.
Alle Informationen über die Krätze und ihre Behandlung gibt es .