Nach den schweren Ausschreitungen in Bosnien-Herzegowina haben die Demonstranten am Samstag eine "politische Revolution" gefordert. Demnach sollen beispielsweise die Einkommen aller Politiker an den äußerst niedrigen Durchschnittslöhnen im Land ausgerichtet werden.
Nach den schweren Ausschreitungen in Bosnien-Herzegowina haben die Demonstranten am Samstag eine "politische Revolution" gefordert. Zum Beispiel sollen die Einkommen aller Politiker an den äußerst niedrigen Durchschnittslöhnen im Land ausgerichtet werden.
In einem Fünf-Punkte-Katalog verlangen die Protestierenden außerdem, dass die "kriminellen Privatisierungen" der Staatsbetriebe rückgängig gemacht und die "Wirtschaftskriminellen" vor Gericht gestellt werden. Die Demonstranten fordern weiters, dass nach dem Rücktritt der Regionalregierung in Tuzla nur parteilose Experten eine neue Regierung bilden. Die Stadt war am Freitag das Zentrum der Gewalt.
Insgesamt nahmen in 33 Städten 600.000 Menschen an den Demonstrationen teil. 220 wurden verletzt, die Hälfte davon Polizisten. Der Sachschaden beläuft sich auf 25 Millionen Euro.
Bosnien brennt
waren aus Protest gegen die ihrer Meinung nach unfähigen Politiker auf die Straße gegangen. Gebäude der Regionalregierungen in Tuzla und Sarajevo gingen in Flammen auf. Das bosnische Staatspräsidium wurde ebenfalls angezündet und verwüstet. Wertvolle Bestände des Staatsarchivs verbrannten.
Kein Geld für Brot
Die Ausschreitungen seien "kein Staatsstreich", sondern "ein Schlag des Volkes gegen die staatliche Mafia", analysierte Innenminister Fahrudin Radoncic die Proteste: "Das sind die Kinder der Eltern, die kein Geld für Brot haben".
Firmen sind pleite
In der Nacht ist der Führer der Unabhängigen Gewerkschaftsunion, Josip Milic, festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen, hinter den Protesten zu stehen. Ausgelöst wurden die Demos durch die Insolvenz von vier Betrieben in Tuzla. 10.000 Menschen sollen dadurch ihren Job verlieren, nachdem sie bereits seit 54 Monaten keinen Lohn mehr bekommen haben.