Krebsmedikament lässt Wimpern wachsen

Für lange Wimpern gehen viele Frauen zur Kosmetikerin. Eine Portugiesin musste dies nicht tun. Bei ihr sorgten Nebenwirkungen eines Medikaments für Wimpernwachstum.
Die 45-Jährige aus Portugal ist schwer krank. Ihre Diagnose lautet Darmkrebs im vierten Stadium. Ihr Tumor hatte bereits gestreut, in Lunge und Leber. Weil die Metastasen operativ nicht entfernt werden konnten, verschrieben ihr die Ärzte ein Präparat mit dem Wirkstoff Cetuximab, um das Tumorwachstum zu hemmen.

Das Medikament erfüllte seine Aufgabe. Der Krebs breitete sich nicht weiter aus. Dafür wuchs jedoch etwas anderes, wie das Team um die Onkologin Leonor Vasconcelos Matos vom São Francisco Xavier Hospital in Lissabon im Fachjournal "BMJ Case Studies" berichtet.

Drei Zentimeter lang und lockig

Nach 14 Dosen Cetuximab hätten die Wimpern ihrer Patientin plötzlich zu wachsen angefangen. Innerhalb von drei Wochen seien sie auf eine Länge von drei Zentimetern angewachsen und lockig geworden, erklärte die Medizinerin.

CommentCreated with Sketch.1 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. "Die Leute kommen oft zu mir und sagen: 'Wo hast du deine Wimpern gemacht, sie sehen so echt aus.' Das ist der lustige Teil", zitieren Vasconcelos Matos und ihre Kollegen die 45-Jährige.

Weniger schön sei dagegen, so die Betroffene, dass die Wimpernspitzen nun an die Haut stießen, was Unbehagen und Juckreiz auslöse. Auch Kratzen helfe nicht, sondern verschlimmere die Beschwerden sogar. Im schlimmsten Fall komme es zu Hautentzündungen.

Schneiden und reinigen

Das plötzliche Wimpernwachstum ist auf das Krebsmedikament zurückzuführen. Die sogenannte Trichomegalie ist eine typische Nebenwirkung des Wirkstoffs Cetuximab.

Weil die 45-Jährige das Präparat aufgrund seiner positiven Wirkung auf den Tumor und die Metastasen nicht absetzen konnte, rieten ihr die Ärzte, die wachstumsfreudigen Wimpern während der Therapie alle zwei bis vier Wochen bei einer Kosmetikerin zu kürzen und zu reinigen. Offenbar ein guter Tipp. Laut den Medizinern freut sich "die Patientin über eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität".

(fee)

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