Vorbei sind die Zeiten, in denen die Darmspiegelung eine echte Mutprobe war. Vor der sanften Koloskopie braucht sich niemand mehr zu fürchten. "Sie ist schmerzfrei und kann Leben retten", sagt netdoktor-Experte Michael Häfner.
Vorbei sind die Zeiten, in denen die Darmspiegelung eine echte Mutprobe war. Vor der „sanften“ Koloskopie braucht sich niemand mehr zu fürchten. "Sie ist schmerzfrei und kann Leben retten", sagt netdoktor-Experte Michael Häfner.
In den aktuellen Statistiken über die Häufigkeit der verschiedenen Krebsarten belegen Karzinome im Bereich des Darmes bei Frauen den zweiten und bei Männern den dritten Platz. Die gute Nachricht: Polypen, die zur bösartigen Entartung neigen, wachsen äußerst langsam und können bei entsprechender Vorsorge rechtzeitig entfernt werden. "Generell wird bei Personen ohne besondere Vorbelastung ab dem 50. Lebensjahr eine Darmspiegelung alle sieben Jahre empfohlen", sagt Häfner.
Werden bei der Untersuchung entsprechend viele Polypen entfernt, besteht eine familiäre Vorbelastung oder eine Erkrankung mit erhöhtem Darmkrebsrisiko, sind die Kontrollintervalle meist kürzer. Was macht aber eine Koloskopie "sanft"? Häfner: "Entscheidend ist, dass die Untersuchung in sogenannter Sedierung durchgeführt wird. Dabei schläft der Patient, benötigt jedoch im Gegensatz zur Narkose keine künstliche Beatmung und kann in der Regel noch am selben Tag nach Hause gehen."
Eigens zertifizierte Ärzte verpflichten sich zu umfassender Aufklärung des Patienten, unter anderem über die Möglichkeit der Sedierung, aber auch zu laufender Dokumentation. Statistiken zeigen etwa, dass jeder dritte beschwerdefreie Österreicher ab dem 50. Lebensjahr Polypen hat, bei jedem Fünften handelt es sich dabei um sogenannte Adenome, also Vorstufen von Krebs. Bei einer Darmspiegelung können sie gleich im selben Untersuchungsgang entfernt werden, die Karzinomentstehung wird verhindert.
Und moderne Alternativen, wie CT-Kolonografie und Kapselendoskopie mit verschluckbarer Videokamera? Werden dabei Polypen entdeckt, so muss zusätzlich endoskopiert werden.
Warnsignale für Darmkrebs
Die ersten Beschwerden bei Darmkrebs sind so unspezifisch, dass sie auch andere Ursachen haben können. Umso wichtiger ist es, bestimmte Symptome rasch von Experten abklären zu lassen. Bei folgenden Alarmsignalen des Körpers sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen: Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, Verdauungsprobleme, Bauchkrämpfe sowie Blässe und Blutarmut.
Prim. Michael Häfner, St. Elisabeth Krankenhaus, Wien