Kreuzimpfung ist wirksamer als zweimal dieser Impfstoff

Eine bestimmte Impfstoffkombination bewirkt eine stärkere Immunantwort. 
Eine bestimmte Impfstoffkombination bewirkt eine stärkere Immunantwort. Getty Images/iStockphoto
Deutscher Forscher analysierten die Immunantwort von 500 Probanden, die zwei verschiedene Impfstoffe erhalten hatten. 

Die Kombination einer Impfung mit den Produkten von AstraZeneca und von BioNTech/Pfizer ist einer Studie zufolge wirksamer als die Impfung mit AstraZeneca allein. Wissenschaftler der Technischen Universität München, des Helmholtz Zentrums München, des Universitätsklinikums Erlangen und des Universitätsklinikums Köln untersuchten die Immunreaktion im Rahmen einer Studie, die im Fachmagazin "The Lancet Infectious Diseases" erschien.

"Antikörperantwort sehr viel stärker ausgeprägt"

Dafür wurde nach Angaben der Forscher das Blut von rund 500 Probanden analysiert, die acht bis zwölf Wochen nach ihrer ersten Impfung mit dem Vakzin von AstraZeneca eine zweite Impfung mit dem mRNA-Vakzin von BioNTech/Pfizer bekommen hatten. "Die neutralisierende Antikörperantwort war bei diesen Probanden sehr viel stärker ausgeprägt als bei Menschen, die zweimal das Vakzin von AstraZeneca bekamen", erklärte das Uniklinikum Erlangen am Freitag. Die Immunreaktion auf die Kombinationsimpfung sei mindestens genauso gut wie die Antikörperantwort nach zwei Impfungen mit BioNTech/Pfizer gewesen.

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"Bei individuellen Unverträglichkeiten"

Die Forschenden kommen zu dem Schluss, dass die Kombinationsimpfung auch bei individuellen Unverträglichkeiten oder bei Versorgungsengpässen zum Einsatz kommen kann. Sie hoffen, dass diese Kreuzimpfung "ein weiterer Baustein ist, um die Wirksamkeit der Covid-19-Impfung generell zu verbessern". Allerdings seien dafür noch weitere Studien zur Bestätigung der Sicherheit und der klinischen Wirksamkeit dieser und anderer Kombinationsimpfungen notwendig.

In Österreich trotz fehlender Zulassung möglich

In Österreich ist eine Kreuzimpfung laut Anwendungsempfehlung des Nationalen Impfgremiums (NIG) bereits möglich:
"Sind nach einer ersten Dosis schwere Nebenwirkungen aufgetreten, die einen Impfstoff-Wechsel rechtfertigen, bei Nebenwirkungen, welche eine medizinische Kontraindikation für eine zweite Impfung mit dem gleichen Impfstoff darstellen oder wenn dies aus Sicht der zu impfenden Person dringend wünschenswert ist, so soll ein Impfstoffwechsel angeboten werden", heißt es darin unter dem Hinweis auf eine fehlende Zulassung für ein solches heterologes Impfschema (Off-Label-Anwendung). Auch bei Eintreten einer Schwangerschaft nach der ersten Dosis mit dem AstraZeneca-Vakzin soll ein heterologes Impfschema in Erwägung gezogen werden.

Wie der ORF berichtet, haben sich bisher an die 2.500 Menschen in Wien bisher für eine Kreuzimpfung entschieden – von rund 45.000 in Frage kommenden AstraZeneca-Erstgeimpften. Es wollten also nur etwas mehr als fünf Prozent bisher eine Kreuzimpfung, weiß der ORF aus dem Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ).

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