Kritik an längerem Tourismus-Lockdown in Wien

In Wien bleiben Hotels und Gastro bis 20. Dezember geschlossen. Heftige Kritik kommt dafür aus der Wirtschaft.
In Wien bleiben Hotels und Gastro bis 20. Dezember geschlossen. Heftige Kritik kommt dafür aus der Wirtschaft.Lisa Leutner / AP / picturedesk.com
Während anderen Bundesländern am Montag öffnen, bleiben Hotels und Lokale in Wien eine Woche länger zu – grundlos, wie Kritiker meinen.

Österreich sperrt am 13. Dezember wieder auf, das Burgenland, Tirol und Vorarlberg wollen komplett öffnen. Auch in Wien dürfen Handel, Kultur, körpernahe Dienstleister und bestimmte Sportstätten wieder aufsperren. Vorsichtiger ist man mit der Öffnungen von Gastronomie und Hotellerie, die bis 20. Dezember geschlossen bleiben müssen. Begründet wird das von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ)mit der Gefahr durch die Corona-Variante Omikron, Experten hätten ihm zum längeren Lockdown geraten.

Wenig Verständnis hat dafür Michaela Reitterer, Präsidentin der Hoteliervereinigung. In der Branche gebe es viel Unsicherheit, das Buchungsverhalten sei nur sehr zögerlich. Eine Auslastungsprognose sei daher derzeit nicht möglich: "Klar ist nur, dass es in den Städten sehr, sehr schwierig bleibt, vor allem in Wien, wo der Lockdown grundlos verlängert wurde“, so Reitterer. Diese "Hilfs- und Planlosigkeit" bei der Pandemie- und Krisenbekämpfung sei jedenfalls alles andere als eine Hilfe.

Als Erste zu, als Letzte offen

"Der österreichische Tourismus - insbesondere die Stadt Wien als Zugpferd für Urlaub in Österreich - trägt nachhaltig Schaden davon", heißt es von Gregor Kadanka, Obmann des Fachverbandes der Reisebüros. Auch für Robert Seeber, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, ist eine längere Schließung nicht zu rechtfertigen: "Niemand aus der Branche versteht, dass immer wieder die Tourismusbetriebe die Ersten sind, die zusperren müssen, und die Letzten, die öffnen dürfen. Dafür gibt es keine sachliche Rechtfertigung", so Seeber. Er verweist auf die AGES, wonach nur 1-2 Prozent der Ansteckungen in Tourismus- und Freizeitbetrieben stattfinden würden.

Irritiert zeigt sich auch Mario Pulker aus dem Fachverband Hotellerie und Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) über die Vorgangsweise Wiens: "Das für die Betriebe essentielle Weihnachtsgeschäft lässt sich keinesfalls in drei Tagen aufholen. Es ist völlig unverständlich, warum gerade jene Branchen, die die 2G-Regel kontrollieren, die über Präventions- und Sicherheitskonzepte verfügen, wieder als einzige Wirtschaftszweige geschlossen bleiben müssen.“

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