Die heute von Umweltminister Nikolaus Berlakovich präsentierte Treibhausgasbilanz für das Jahr 2011 weist einen Rückgang der Treibhausgas-Emissionen um 2,6 Prozent aus. Kritik kommt trotzdem von den Umweltorganisationen.
Die am Donnerstag von Umweltminister Nikolaus Berlakovich präsentierte Treibhausgasbilanz für das Jahr 2011 weist einen Rückgang der Treibhausgas-Emissionen um 2,6 Prozent aus. Kritik kommt trotzdem von den Umweltorganisationen.
Greenpeace kritisiert, dass die Erreichung des Kyoto-Ziels von 68,8 Millionen Tonnen CO2-Emissionen nur möglich war, weil der Umweltminister in großem Stil Emissionszertifikate zugekauft habe. Diese Zertifikate bringen Österreich eine Treibhausgas-Reduktion von 13,7 Millionen Tonnen ein - allerdings nur auf dem Papier, so Greenpeace. Die Umweltorganisation fordert die Bundesregierung zum wiederholten Mal auf, echten Klimaschutz im eigenen Land zu betreiben und nicht mehr mit Bilanztricks zu arbeiten.
Global 2000 forderte "Neustart" für Klimapolitik
„Wir teilen die Meinung von Umweltminister Nikolaus Berlakovich nicht, dass Kyoto positiv abgeschlossen ist. Tatsächlich ist die Kyoto-Bilanz Österreichs verheerend“, kritisierte Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von Global 2000, die am Donnerstag präsentierte Treibhausgasbilanz für 2011. Berlakovich müsse nun bei der Umsetzung des Klimaschutzgesetzes "aufs Tempo drücken".
„Wir werten die derzeit in Begutachtung befindliche Novelle zum Klimaschutzgesetz zwar als ersten Fortschritt, angesichts der miserablen Bilanz muss Berlakovich aber umgehend Klarheit schaffen, wie es bis 2020 weitergeht“, so Wahlmüller. Laut Global 2000 sollte seit 31. März 2012 ein Maßnahmenplan vorliegen, wie Österreich seine Ziele bis 2020 auf Basis inländischer Maßnahmen erreichen will. "Bis jetzt ist aber noch nichts veröffentlicht worden. Wir fragen uns, warum das so lange dauert. Alle Vorarbeiten wurden unter Einbeziehung des Klimaschutzbeirats längst erledigt.“
Forderungen stellte die NGO aber auch an Verkehrsministerin Doris Bures (S). Nämlich, dass diese "noch in diesem Jahr ebenfalls ein koordiniertes Maßnahmenpaket für den Verkehrssektor vorlegt. Kern des Pakets muss eine ökologische Steuerreform sein, die durch den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und eine österreichweit gültige Jahreskarte der ÖBB zu einem attraktiven Preis komplettiert wird“, forderte Wahlmüller. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Infrastrukturpolitik in Österreich derzeit kaum Rücksicht auf Klimaziele nehme.