Coronavirus

Kritik an Schul-Lockerungen: "Ostern wäre besser"

Am Mittwoch wurden neue Corona-Regeln für Schulen verkündet. Mikrobiologe Michael Wagner kritisiert, dass die Maskenpflicht fällt.
Heute Redaktion
03.02.2022, 12:21

Auf Österreichs Schüler und Schülerinnen kommen Lockerungen der Corona-Maßnahmen zu. Bildungsminister Martin Polaschek kündigte am Mittwoch ein teilweises Ende der Maske an. So müssen Kinder ab 7. Februar im Turnunterricht keine mehr tragen. Dieser Schritt gilt laut dem Bildungsminister für alle Altersgruppen. Empfohlen wird allerdings, dass bei Möglichkeit der Turnunterricht im Freien stattfinden soll. Ab dem 14. Februar müssen Volksschülerinnen und Volksschüler dann auch am Sitzplatz keinen Mund-Nasen-Schutz mehr aufsetzen.

"Seltsames Signal"

Für den Mikrobiologen Michael Wagner von der Uni Wien, der für die Gurgelstudie an den Schulen verantwortlich war, sind diese Änderungen zum aktuellen Zeitpunkt nicht nachvollziehbar. Er erwartet sich dadurch ein gesteigertes Infektionsrisiko für die Kinder. "Bis Ostern warten wäre besser gewesen", so der Experte. "Bei Höchstinzidenzen diesen Schritt zu setzen ist ein seltsames Signal", meinte der Mediziner im Gespräch mit der APA.

Schon jetzt seien die Infektionszahlen in der (zu einem Gutteil ungeimpften) Altersgruppe der Schülerinnen und Schüler hoch, und durch den Teilwegfall der Maskenpflicht "werden sich sicherlich mehr Kinder anstecken als mit Masken", glaubt Wagner. Diese seien immerhin eine äußerst wirksame Maßnahme gegen Ansteckungen, selbst wenn sie in diesen Altersgruppen nicht immer richtig getragen würden.

Der Mikrobiologe rechnet deshalb mit einer Zunahme der Infektionsfälle und mit einer schweren Störung des Schulbetriebs. Das schlage sich in weiterer Folge auf die Wirtschaft durch, immerhin müssten viele Eltern dann gleichzeitig kranke Kinder betreuen.

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