Oberösterreich

Kritik – "Tierquälerei wird nicht ernst genommen"

Die Pfotenhilfe Lochen ist wütend: Der Strafrahmen für Tierquälerei beträgt zwei Jahre. "Das wird aber nie ausgeschöpft", so Chefin Johanna Stadler.

Pfotenhilfe-Chefin Stadler zum Urteil: "Es ist ein Schritt in die richtige Richtung."
Pfotenhilfe-Chefin Stadler zum Urteil: "Es ist ein Schritt in die richtige Richtung."
Pfotenhilfe

Beispiel dafür ist etwa der Fall der kleinen "Ena": Eine Frau fütterte die Hündin nicht regelmäßig, ließ sie über Tage alleine und vernachlässigte das Tier. Die Fellnase landete schließlich über Umwege und anonym im Herbst 2022 bei der Pfotenhilfe Lochen (Bez. Braunau). "Sie war total abgemagert und voller Angst", erklärt Pfotenhilfe-Chefin Johanna Stadler gegenüber "Heute".

Mitarbeiter der Tierschutzorganisation versuchten, die Hundebesitzerin via Social Media ausfindig zu machen. Bald meldete sich eine Zeugin: Die Halterin der kleinen "Ena" soll in Wien leben. Die Hündin sei ihr lästig geworden und sie hätte sich das Futter nicht mehr leisten können, gab die Zeugin an.

Oft habe sie "Ena" während des Urlaubs über Tage lang unversorgt alleine in der Wohnung gelassen.

Der Tierschutzverein erstattete deshalb Anzeige. Am Donnerstag ging der Prozess dann in Wien über die Bühne. "Ich bin mit der Hündin überfordert gewesen und habe sie über einen längeren Zeitraum nicht ausreichend oder gar nicht gefüttert", rechtfertigt sich die Serbin.

"Ich bin mit der Hündin überfordert gewesen und habe sie über einen längeren Zeitraum nicht ausreichend oder gar nicht gefüttert", rechtfertigt sich die Serbin.

Das Urteil: acht Monate bedingte Haft und eine Geldstrafe von 242 Euro wegen Tierquälerei. Das Urteil ist rechtskräftig.

"Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Tierquälerei wird aber immer noch nicht richtig ernst genommen", sagt Stadler über das Urteil. Schade findet sie, dass das Strafmaß nie völlig ausgeschöpft wird.

Auf Tierschinderei stehen nämlich bis zu zwei Jahre Haft. "Meistens kommen die Täter mit bedingten Haftstrafen davon", ärgert sich die Tierschützerin.

Die Pfotenhilfe Lochen als unabhängiger Verein hilft Haus- und Heimtieren in Not und bietet ihnen ein dauerhaftes, sicheres Zuhause, in dem sie Tier sein können und optimal versorgt werden.
Wenn es möglich ist, ein fürsorgliches und bleibendes Umfeld bei privaten Haltern zu finden, werden aufgenommene Tiere, deren gesundheitliche Verfassung es erlaubt, wieder vermittelt.
Die Bedürfnisse der betreuten Arten werden wissenschaftlich fundiert veranschaulicht. Durch die Förderung eines informierten, bewussten und respektvollen Umgangs mit Tieren kann die Beziehung zwischen Mensch und Tier nachhaltig verbessert werden.
Spendenkonto:
Raiffeisenbank Lochen
IBAN: AT42 3429 0000 0623 0700
BIC: RZOOAT2L290
Quelle: Pfotenhilfe Lochen

Die Pfotenhilfe-Chefin vermutet dahinter: "Die Gefängnisse sind schon jetzt überfüllt, kommen da noch Leute wegen Tierquälerei rein, wird die Situation noch prekärer."

Mit Pfeil und Bogen – Katze in Kärnten beschossen

In Kärnten kam es nun zu einem unfassbaren Fall von Tierquälerei. Wie die Landespolizeidirektion Kärnten in einer Aussendung berichtet, ereignete sich der Vorfall zwischen dem 9. und 10. April in St. Andrä (Bez. Wolfsberg). Was bisher klar ist: Unbekannte Täter schossen mit Pfeil und Bogen auf eine Katze!

Dabei wurde das Tier nach Zeugenaussagen im Bereich der Hinterpfote verletzt, wobei ein Teil des Pfeiles im Körper stecken blieb. Bisher konnte die Katze, die in ein Waldstück flüchtete, nicht eingefangen werden. Die Polizei führt weitere Erhebungen in dieser Causa durch. Hinweise sind an die Polizei-Inspektion St. Andrä erbeten.

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    Leonie mit Burger und gut gelaunt im Zug.
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