Kroatien geht einen großen Schritt in Richtung moderner Mautabrechnung: Das beliebte Urlaubsland verabschiedet sich von den klassischen Mautstationen und setzt künftig auf ein vollständig digitales System. Insbesondere in der Hauptreisezeit kommt es bislang regelmäßig zu Staus an den Stationen.
Das neue System kombiniert automatische Nummernschilderkennung mit einer optionalen Mautbox. Für Pkw und Motorräder bis 3,5 Tonnen reicht die digitale Registrierung über das Kennzeichen. Schwerere Lkw und Busse müssen hingegen eine Mautbox nutzen.
Wie chip.de berichtet, wird das Projekt von den Firmen Sky-Toll und Toll-Net umgesetzt und überwiegend mit EU-Mitteln finanziert. Ziel ist es, den Verkehrsfluss auf den stark frequentierten Autobahnen zu verbessern.
Die Vorteile für Urlauber sind deutlich: Die Kapazität an den Zufahrten steigt von derzeit 300 auf bis zu 3.000 Fahrzeuge pro Stunde. Autofahrer müssen künftig nicht mehr anhalten, sondern können ohne Unterbrechung durchfahren.
Die Bezahlung erfolgt digital, entweder per App, Kreditkarte, Mautbox oder über Partnerstellen. Barzahlung ist hingegen nicht mehr möglich. Die Abrechnung bleibt streckenabhängig, eine Vignette wie in Österreich ist nicht geplant.
Für die Umsetzung plant Kroatien 208 stationäre Mautportale mit Kameras und Antennen sowie 74 mobile Kontrollfahrzeuge. Damit lässt sich die Einhaltung der Mautpflicht lückenlos überwachen.
Für Reisende bedeutet das: Wer nach Kroatien fährt, sollte sich rechtzeitig online oder per App registrieren, um Probleme bei der Einreise zu vermeiden.