Als er drei Jahre alt war, verlor Tobias Fischer (39) von einem Tag auf den anderen sein Gehör. "Ich wurde durch eine Gehirnhautentzündung plötzlich taub", erinnert sich der 39-Jährige im Gespräch mit "Heute".
In der Klinik hatte der tapfere Bub nicht mehr auf Stimmen reagiert, auch nicht auf die seiner Mutter. "Zurück zu Hause konnte ich meine Lieblingskassette auf einmal nicht mehr hören", so Fischer. Da erkannten seine Eltern den Hörverlust und holten sich Hilfe.
In Hannover (D) fand die Familie einen Professor, der mit der damals bahnbrechenden Cochlea-Prothese experimentierte. Als erstes Kind Europas bekam Tobias medienwirksam das künstliche Innenohr in Schädelknochen und Hörkanal eingesetzt, lernte neu Sprechen. Dank des Geräts konnte er normal in die Schule, studierte später erfolgreich. Heute ist Fischer Systemingenieur bei "Beyond Gravity", einer Wiener Firma für Weltraumtechnik.
Nur zum Schlafen legt er seine Hörhilfen ab. "So habe ich auch wirklich meine Ruhe", lacht er. Am Samstag findet im Medizinischen Selbsthilfezentrum in Wien Tag der offenen Tür der "Österreichischen CI Gesellschaft" statt, zu der der gebürtige Deutsche einlädt: "Denn Gehörlosigkeit kann jeden treffen."