Er ist einer der bekanntesten Fans dieser Fußball-WM – und nun sorgt Michel Nkuka Mboladinga erneut für Diskussionen. Der kongolesische Kult-Anhänger, besser bekannt als "Lumumba Vea", zeigte beim WM-Spiel der Demokratischen Republik Kongo gegen Kolumbien eine ungewohnte Pose. Statt wie üblich regungslos mit erhobenem Arm auf seinem Podest zu stehen, hielt sich der 49-Jährige zwei Finger an den Kopf und verdeckte mit der anderen Hand den Mund.
In sozialen Netzwerken wurde die Geste rasch diskutiert. Einige Nutzer interpretierten sie als Pistolen-Geste, andere vermuteten eine politische Botschaft. Besonders brisant: Die Szene spielte sich vor dem Hintergrund zahlreicher internationaler Konflikte und Spannungen ab. Offiziell äußerte sich der Fan zu den Spekulationen zunächst nicht.
Dabei gilt Mboladinga in seiner Heimat als Symbolfigur. Seit Jahren steht er bei Spielen der Nationalmannschaft 90 Minuten lang nahezu regungslos auf den Rängen. Mit seinem markanten Outfit, Bart und Frisur erinnert er bewusst an Patrice Lumumba, den ersten Ministerpräsidenten des unabhängigen Kongo. Sein Künstlername "Lumumba Vea" bedeutet übersetzt: "Lumumba lebt".
Nach eigenen Angaben versteht sich der Kongolese nicht nur als Fan, sondern auch als Künstler und Entertainer. Seine Pose soll an den Freiheitskämpfer erinnern, der 1961 ermordet wurde und bis heute als Nationalheld verehrt wird. Bereits beim Afrika-Cup wurde Mboladinga dadurch weltweit bekannt, sogar Spieler ahmten seine Haltung nach.
Umso größer war die Aufmerksamkeit, als der Kult-Fan bei der WM plötzlich von seinem gewohnten Auftritt abwich. Ob hinter der umstrittenen Geste tatsächlich eine politische Botschaft steckt oder lediglich eine weitere Hommage an Lumumba, bleibt offen. Für Gesprächsstoff hat "Lumumba Vea" jedenfalls erneut gesorgt.