Die wahrscheinlich beliebteste TV-Show des Landes wird 30: Am 13. Juli feiert "Liebesg’schichten und Heiratssachen" mit zehn neuen Folgen und 54 Singles aus allen neun Bundesländern Jubiläum (ORF2, 20.15 Uhr).
Das Kult-Format, das Elisabeth T. Spira in den 90er Jahren erfunden hat, wird seit 2020 liebevoll von Nina Horowitz geführt. Die "Kupplerin der Nation" lässt die Partnersuchenden dabei in einfühlsamen und oft auch sehr humorvollen Porträts zu Wort kommen.
"Ein Drittel der Menschen, die in der Sendung mitmachen, verliebt sich", freut sich Horowitz im "Heute"-Gespräch. "Das ist viel, wenn man es mit Online-Dating vergleicht." Letztlich ist eines auch in der 30. Staffel gleichgeblieben: "Die Sehnsucht nach Liebe, die wir alle haben, verändert sich nicht."
Die bisher älteste Single-Lady in der Sendung, Helene aus der Steiermark, hat auch mit 94 die Hoffnung auf eine Partnerschaft nicht aufgegeben. "Solange wir leben, lieben wir", ließ sie wissen. "Dieser Motor ist bei uns allen vorhanden", bestätigt auch die TV-Kupplerin.
Ihr Wunsch, Menschen zusammenzubringen, ist nicht nur besonders schön, sondern auch "eine große Verantwortung. Ich versuche, diese Aufgabe bestmöglich zu erfüllen. Das macht meine Arbeit auch so sinnstiftend." Horowitz ist jedes Jahr bei mindestens einer Hochzeit von Gästen eingeladen, für die sie Amor spielen durfte. "Das ist ein berauschendes Gefühl."
Beim Vorstellen der Kandidaten sucht sie die "Augenhöhe mit den Singles. Es gibt Dinge, die vielleicht falsch verstanden werden könnten, die nehme ich nicht in die Sendung." Am Verkuppeln verspürt Horowitz noch immer größte Freude, wie am Anfang, betont sie. "Jedes Interview hat etwas Überraschendes, Berührendes oder auch sehr Lustiges."
Nicht jeder hat eine gleichermaßen schräge Geschichte oder Persönlichkeit, aber alle suchen dasselbe: die Liebe. Größere Chancen haben Menschen, "die über ihre Gefühle sprechen", weiß die ORF-Dokumentaristin. "Und in einer Villa sitzend wird es vermutlich auch leichter, als in einer 25 Quadratmeter Wohnung", lacht sie.
Horowitz lernt mit jedem Single etwas Neues dazu, in der neuesten Folge etwa von einer lesbischen Liebessuchenden, die ihr verraten hat, "dass der Haaransatz eine erotische Zone ist." Als Kupplerin würde sie gerne noch weitermachen, so lange es geht. "Die 'Liebesg’schichten' gehören zu Österreich wie das Neujahrskonzert", weiß sie.