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Kult-Sportwagen, aber erst im zweiten Anlauf

Porsches 356 Speedster ist heute bei Sammlern heiß begehrt, doch der erste Versuch, den US-Markt zu erobern, ging daneben.
Heute Redaktion
13.09.2021, 20:11

Der Österreicher Max Hoffman, gebürtig Maximilian Hoffmann, war in den USA als Autoimporteur erfolgreich. Er hatte schon Mercedes beigebracht, was Amerikaner gern kaufen. Ein Auto für die heimkehrenden GIs sollten die Stuttgarter bauen, einfach, schnell und günstig, meinte Hoffman.

Die Porsche-Ingenieure hörten zu und bauten 1952 den America Roadster, intern Typ 540 genannt. Mit bei Gläser gebauter Aluminium-Karosserie und minimaler Wetterausrüstung erfüllte der neue Wagen zwar die Anforderungen, wurde wegen seiner Bauweise aber viel zu teuer und konnte nur 17-mal verkauft werden. Das musste doch günstiger (und schöner) gehen, schließlich hatte der Typ 540 auch optisch nicht ganz überzeugt.

Richtig im zweiten Anlauf

Beim zweiten Anlauf machte man alles richtig. Man hielt sich enger ans 356er-Kleid, das man nur minimal anpassen musste. Eine flache, aber gebogene Frontscheibe und ein minimales Verdeck reichten, zusammen mit Steckscheiben und einfachen Sitzen, um das Gewicht um fast 200 Kilogramm zu senken. Weggelassen wurden auch ein Teil der Geräuschdämmung, die Sonnenblenden, die hinteren Notsitze und ein paar andere Dinge, die man zum Fahren nicht unbedingt brauchte.

Im September 1954 konnte man das Ergebnis vorstellen, der America Roadster war vergessen, US-Importeur Hoffman war glücklich.

"Auto Motor und Sport" schrieb: "Für Kalifornien, wo ewig die Sonne vom Himmel lacht, ist dieser neue Porsche-Roadster gedacht, von dem jetzt in Zuffenhausen eine größere Serie aufgelegt worden ist. Der Speedster ist mit 1,22 m Gesamthöhe noch wesentlich niedriger als das normale Porsche-Coupe, weist ein sehr organisches neues Instrumentenbrett mit Stirnschutz für den Beifahrer auf, hat schmale, den Körperformen angepasste Rennsitze, keine Seitenscheiben und nur ein Roadster-Verdeck. Nur für den Amerika-Export vorgesehen, wird der Speedster drüben mit dem 55-PS-Anderthalbliter-Motor zu dem attraktiven Preis von Dollar 2.950 verkauft."

Freude am Fahren

Genug erzählt, jetzt ist Fahren angesagt. Der Einstieg gelingt (bei offenem Dach) problemlos und die Kübelsitze passen wie angegossen. Knapp unter der Scheibenoberkante blickt man auf die rundliche Front des 356ers. Schlüssel eingesteckt, gedreht und dann das Knöpfchen darüber gedrückt, und schon ertönt im Heck das luftige Geräusch des Vierzylinder-Boxers. Und ja, es erinnert immer noch an den VW Käfer.

Die rund 55 PS haben mit den gut 700 Kilo keine Mühe, im modernen Straßenverkehr fällt der Speedster nicht zurück, schwimmt fröhlich mit und lässt sich trotz seiner über 60 Jahre überraschend einfach fahren. Wenn er nur nicht so teuer geworden wäre.

Weitere Informationen und viele Fotos gibt es auf www.zwischengas.com.

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