Jetzt muss auch die Kultur zittern! Wegen der angespannten Finanzlage der Stadt Melk steht die Förderung für die Wachau Kultur Melk auf dem Prüfstand. Ab 2027 könnte weniger Geld aus dem Rathaus fließen. Für Besucher gibt es aber vorerst Entwarnung: Das Programm für das kommende Jahr steht bereits.
Bisher konnte die Wachau Kultur Melk fix mit Unterstützung aus dem Rathaus rechnen. Ein Drei-Jahres-Vertrag brachte jährlich rund 80.000 Euro Förderung. Doch dieser Deal muss nun neu verhandelt werden.
Der Grund: In der Stadtkasse sitzt das Geld nicht mehr so locker. Bürgermeister Patrick Strobl (ÖVP) verweist auf die finanzielle Situation der Gemeinde. Steigende Abgaben würden den Spielraum zusätzlich einschränken.
Ganz den Rotstift bei der Kultur ansetzen will Strobl allerdings nicht. Die Stadt stehe weiterhin hinter der Kultur und sei sich auch ihrer wirtschaftlichen Bedeutung für Melk bewusst. Doch ob es tatsächlich wieder eine Förderung gibt – und vor allem wie viel Geld fließen wird –, entscheidet der Gemeinderat. Im Herbst soll Klarheit herrschen.
Für Kulturfans gibt es vorerst gute Nachrichten: Selbst wenn die Stadt weniger Geld überweist, soll sich das 2027 noch kaum bemerkbar machen. Bei der Wachau Kultur Melk spricht man von konstruktiven Gesprächen und geht davon aus, weiterhin Unterstützung zu erhalten.
Das Programm für 2027 ist außerdem bereits budgetiert. Die großen Veranstaltungen sollen daher wie geplant über die Bühne gehen.
Hinter den Kulissen wird allerdings schon länger gespart. Die Verantwortlichen versuchen nach eigenen Angaben seit Jahren, Kosten zu senken und nachhaltigere Lösungen zu finden. An vielen Schrauben werde gedreht – nur bei einer Sache soll Schluss sein: Bei der Qualität der Produktionen will man keine Abstriche machen.
Sollte die Förderung tatsächlich deutlich kleiner ausfallen, könnten die Folgen deshalb erst ab 2028 für das Publikum spürbar werden.
Die Wachau Kultur Melk steht hinter einigen der bekanntesten Veranstaltungsreihen der Region. Dazu gehören die Sommerspiele Melk, die Internationalen Barocktage Stift Melk, "Wachau in Echtzeit" sowie das Programm der Tischlerei Melk Kulturwerkstatt.
Wie viel Geld die Stadt künftig für dieses Kulturangebot locker machen kann, dürfte sich im Herbst entscheiden. Bis dahin heißt es für die Kulturszene in Melk: warten – und hoffen, dass der Rotstift nicht allzu kräftig angesetzt wird.