Normalerweise beschäftigt sich Christa Kummer mit Wetter, Klima und den Veränderungen unserer Umwelt. Nun treibt die ehemalige ORF-Moderatorin allerdings ein ganz anderes Thema um. Unter der Frage "Der aktuelle Lebenswahnsinn, kippt unsere Gesellschaft?" teilt sie auf Social Media Gedanken, die sie offenbar schon länger beschäftigen.
"Derzeit habe ich das Gefühl, die Menschheit verliert gerade den Kompass", schreibt Kummer. Besonders beunruhige sie, dass sich trotz aller gesellschaftlichen Fortschritte immer wieder dieselben Mechanismen zeigen würden. "Angst, Feindbilder, Ausgrenzung, Macht und Manipulation."
Das größte Problem sieht Kummer dabei in der zunehmenden Unfähigkeit, andere Meinungen überhaupt noch auszuhalten. "Was mich besonders nachdenklich macht, wir hören einander nicht mehr zu", erklärt sie.
Statt zu versuchen, einander zu verstehen, werde vorschnell geurteilt. Schlagzeilen würden Reaktionen auslösen, noch bevor Hintergründe bekannt seien. Für Kummer ist deshalb kla, dass die die Gesellschaft nicht noch lauter muss, sondern aufmerksamer.
Auch die Medien nimmt sie dabei in die Pflicht. "Medien haben Verantwortung. Journalismus sollte informieren, einordnen und hinterfragen, nicht Hass und Spaltung fördern."
Die Verantwortung allein bei anderen abzuladen, kommt für sie allerdings ebenfalls nicht infrage. Kummer stellt auch unbequeme Fragen an jeden Einzelnen. "Wann haben wir aufgehört, Fragen zu stellen? Wann wurde Meinung wichtiger als Wahrheit?"
Dabei fordert sie keineswegs, dass alle dieselbe Meinung vertreten sollen. Im Gegenteil. Unterschiedliche Ansichten müssten möglich bleiben, allerdings ohne sich gegenseitig sofort abzustempeln. "Wir müssen nicht gleicher Meinung sein. Aber wir sollten wieder lernen, miteinander zu reden statt übereinander zu urteilen", appelliert Kummer.
Besonders nachdenklich stimmt sie die Angst, gesellschaftliche Gräben könnten irgendwann einfach hingenommen werden. "Vielleicht sollten wir genau jetzt innehalten. Zuhören. Nachdenken. Hinterfragen", wünscht sie sich.
Denn eines möchte Kummer unbedingt verhindern. "Bevor aus gesellschaftlicher Spaltung ein neuer Normalzustand wird." Am Ende lässt sie ihre Follower mit einer Frage zurück, die über das Posting hinausgeht. "Und die entscheidende Frage ist: Wollen wir daraus endlich lernen?"