Nach drei Jahrzehnten als Wetter-Moderatorin im ORF wurde der Vertrag von Christa Kummer im September 2025 nicht mehr verlängert. Jetzt packt der beliebte TV-Star bei Moderator Bernard Egger im bekannten Youtube-Talkformat "Auf dem roten Stuhl" aus. Der Interviewer bringt es gleich zu Beginn auf den Punkt: "Da ist eine Ära zu Ende gegangen."
Christa Kummer beschreibt ihren mühsamen Start als erste Frau in der Wetterredaktion der TV-Anstalt: "Wenn man heute so über frauenfeindliche Geschichten redet, dann wäre die Wetterredaktion 1994 durchgefallen," erzählt sie offen. Vor allem ihr Äußeres sei damals im Mittelpunkt gestanden: "Ich habe dann nach den ersten Sendungen schmerzhaft erkennen müssen, wirklich, dass gar nicht ums Wetter geht."
Stattdessen sei über ihre Gestik gesprochen worden, darüber "wie die Haare ausschauen, wie das Make-up ist". Nach ihrer ersten Sendung sei sie "lange Zeit durch den Dreck gezogen worden". Kommentare wie "Wenn man so fett ist wie Sie, sollte man nicht so enge Kleider tragen" hätten sich eingebrannt. Heute könne sie darüber lachen, damals habe sie aber begonnen, jedes Detail an sich zu hinterfragen.
Doch nicht nur öffentliche Kritik machte ihr zu schaffen. Kummer spricht auch über "mehr als zehn Jahre Mobbing" und die Unsicherheit durch ständige Jahresverträge. "Wenn das Jahr endet und man gerade unterm Christbaum steht und man nicht weiß, ob es im nächsten Jahr wirklich weitergeht."
Trotz allem überwiege heute die Dankbarkeit. "Ich habe keinen Rachefeldzug gegen den ORF. Ich bin nicht beleidigt," betont sie. Kritik übt sie dennoch: "Als Frau wird man ganz schnell aussortiert" - aus wenn sie sich selber nicht als "aussortiert" sieht. Männer würden oft länger bleiben dürfen. Ihr eigenes TV-Ende akzeptiere sie aber: "Jeder Lebenszyklus hat einmal ein Ende."