Körper, Kunst und Medizin: Josephinum wieder eröffnet

Wiedereröffnung des medizinhistorischen Museums der MedUni Wien "Josephinum" nach der Renovierung, am Dienstag.
Wiedereröffnung des medizinhistorischen Museums der MedUni Wien "Josephinum" nach der Renovierung, am Dienstag.EVA MANHART / APA / picturedesk.com
Das Josephinum in Wien hat wieder eröffnet und zeigt meisterhafte Wachsmodelle.

Mit Haut, Haar und Wachs: Auf rund 1.000 m² Ausstellungsfläche beherbergt das Josephinum in Wien die älteste medizinhistorische Sammlung der Welt. Nach einer rund dreijährigen Zwangspause wegen Renovierungsarbeiten sind die ästhetisch herausragende Wachspräparate, seit Dienstag wieder zu bestaunen. "Kunst-Organe" aller Art erzählen die Methoden und Entwicklungen der Medizin in den letzten 250 Jahren.

Alle Fotos aus dem Josephinum:

Auge ins Innere werfen

Die größte Attraktion des Josephinums stellen die weltberühmten anatomischen Wachsmodelle dar. Schaurig-schön und detailgetreu kann man so "einen Blick in sich werfen". Doch dies ist nicht für jedermann: Abgetrennte weibliche Unterkörper, Embryos, Gehirne, Herzen und diverse Skalpelle stellen für manche ein Tabu dar: Denn die Organe wurden bis ins kleinste Detail lebensecht modelliert und bemalt.

Kaiser Joseph und die Medizin

Herz auf der Zunge, Gehirne im Museum. Das Josephinum wurde bereits 1785 von Kaiser Joseph II. als "militär-chirurgische Josephs-Akademie" gegründet und ist eines der bedeutendsten Beispiele klassizistischer Architektur in Wien sowie ein wichtiges Zeugnis der medizinischen Aufklärung in Österreich. Rund 11 Millionen Euro hat man nun in die Sanierung investiert.

"Erstes Endoskop der Welt" und "Freud's Lebenslauf"

Zu den absoluten Highlights des Josephinums gehören die chirurgische Instrumentensammlung von Alessandro Giovanni Brambilla aus dem 18. Jahrhundert, das erste Endoskop der Welt aus dem Jahr 1806, der präparierte Magen, an dem Theodor Billroth 1880 die weltweit erste erfolgreiche Magenresektion vornahm, ein handgeschriebener Lebenslauf von Sigmund Freud und jene Feile, mit der Kaiserin Elisabeth in Genf ermordet wurde.

Neben der Präsentation historischer Objekte vereint das von Kurator Niko Wahl und dem Team des Josephinums neu entwickelte Museumskonzept nun ein universitäres Sammlungsdepot mit einer wandelbaren Ausstellungsfläche und thematisiert aktuelle, bioethische Debatten.

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