Paul Ronzheimer, Journalist und Biograf von Kanzler Kurz, prophezeit der türkis-blauen Koalition ihr Ende noch vor 2022. Für den Deutschen ist auch der Grund klar – die FPÖ.
„"Die Koalition wird aufgrund eines Streits auseinanderbrechen."“
Das prophezeit "Bild"-Journalist Paul Ronzheimer. Das ist deshalb bemerkenswert, weil der Deutsche die Biografie von Bundeskanzler Sebastian Kurz verfasst hat. Unter dem Titel "Das irre Ösi-Theater" spekulierte Ronzheimer vor wenigen Tagen über die Bruchlinien in der Koalition.
"Kurz braucht einen Plan B", war da zu lesen. Die Gründe für die von Ronzheimer angenommenen internen Probleme liegen demnach bei der FPÖ: Die vielen "Einzelfälle" würden Kurz noch vor 2022 (regulärer nächster Wahltermin, Anm.) keine andere Möglichkeit mehr lassen, als zu sagen: "Jetzt reicht's!"
"Er kann es (noch) als starker Kanzler tun. Er kann sagen: Ich habe es versucht, aber es hat nicht funktioniert mit dieser FPÖ", führt Ronzheimer in einem Interview mit "News" weiter aus.
„"Das würde Kurz' Konzept kaputtmachen"“
Warum dann also eine Koalition mit den Freiheitlichen? Kurz habe mit Christian Kern konkurriert, "es hat ihm die Alternative gefehlt", erklärt Ronzheimer. Besonders da Kern auch nach der Wahl als SPÖ-Chef weiter im Amt blieb. Auch jetzt noch seien die Sozialdemokraten intern zu zerstritten, um für Kurz als neuer Regierungspartner in Frage zu kommen. Ronzheimer: "Am Ende muss man aber vielleicht zu der Erkenntnis kommen, dass es für das Image Österreichs wichtig wäre, irgendwann von der FPÖ loszukommen."
An eine Minderheitsregierung glaubt der "Bild"-Reporter allerdings nicht: "Das würde Kurz' Konzept kaputtmachen. Er will Veränderungen und Reformen vorantreiben. Das passt einfach nicht zu so einem jungen, dynamischen Kanzler, der sagt, er will sein Land verändern, wenn er dann [...] nur noch das Bewährte verwalten, aber nichts Neues schaffen kann."
„"Er macht sich irgendwann lächerlich"“
Doch wann müsste Kurz auf die Bremse steigen? Noch stehe der Kanzler in den Umfragewerten sehr stark da. Mit jeder wiederholten Kritik an der FPÖ schwinde allerdings seine Glaubwürdigkeit. "Kurz kann sich nicht unzählige Male wiederholen, denn sonst macht er sich irgendwann lächerlich", sagt Ronzheimer. Aber auch die ÖVP habe ein Wörtchen mitzureden: "Es könnte sein, dass die Partei am Ende sagen wird, mit solch einer Partei wie der FPÖ, in der solche Nazi-Skandale hochkommen, wollen wir nicht dauerhaft zusammenarbeiten."
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(red/rcp)