Kurz: "Bis Sommer Impfdose für jeden in Österreich"

Sebastian Kurz bei einer Videokonferenz mit EU-Kollegen
Sebastian Kurz bei einer Videokonferenz mit EU-KollegenJOHN THYS / AFP / picturedesk.com
Im Impfstreit mit der EU bahnt sich laut Kanzler Kurz eine Lösung an. Österreich würde profitieren. Die Rede ist von bis zu 400.000 Impfdosen mehr.

Am vergangenen Freitag hatte Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) die Impfverteilung in der EU angeprangert. Einzelne Staaten würden viel mehr Impfstoff bekommen als andere, obwohl dies zwischen den Regierungschefs genau andersrum paktiert worden war. Beschlossen sei eine Verteilung nach Bevölkerungsschlüssel worden, sagte der Kanzler, Österreich hätte also rund zwei Prozent aller Dosen bekommen sollen, die an die EU geliefert werden. Tatsächlich erhielten einzelne Länder wie Malta bisher viel mehr Impfstoff, andere wie Bulgarien viel weniger, Österreich liegt im Mittelfeld.

Kurz: Alle gleich viel zur gleichen Zeit

Die Attacke des Kanzlers sorgte auch international für viel Aufsehen. Nun scheint ein Kompromiss in Sicht. "Ich bin froh", sagte Kurz am Mittwoch vor Journalisten, "dass wir einer Lösung näher und näher kommen“. Er habe in den vergangenen Tagen häufig mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Charles Michel, Präsident des Europäischen Rates, gesprochen. Er habe darauf hingewiesen, dass die Impfstrategie der EU ein anderes Ziel im Auge gehabt habe, nämlich dass "alle gleich viel Impfstoff zur gleichen Zeit" erhalten.

Was rausgekommen sei, so Kurz, das "schaffe Ungleichgewichte". "Österreich hat bisher keinen Schaden genommen", aber die weitere Entwicklung würde "sich für uns nachteilig auswirken", wenn nicht gegengesteuert wird.

Was ist nun geplant? BioNTech/Pfizer hatte sich gestern dazu bereit erklärt, 10 Millionen Impfdosen mehr zu liefern als im ersten Halbjahr geplant. Die Unternehmen sagten zu, eine für das vierte Quartal in Aussicht gestellte Charge vorzuziehen. Die österreichische Idee ist nun, dass Länder, die bisher weniger Dosen erhalten haben, aus dieser 10-Millionen-Lieferung mehr erhalten als ihnen pro Kopf zustünde. Das würde das entstandene Ungleichgewicht einigermaßen ausgleichen, so der Kanzler.

Bis zu 400.000 Dosen mehr

Für Österreich würde das bedeuten, dass wir "Hunderttausende Impfdosen mehr erhalten", sagte Kurz. Die Rede ist von bis zu 400.000 Stück. Der Vorschlag wird gerade auf EU-Ebene debattiert. Den Staats- und Regierungschefs ist allerdings klar, dass die bestehende, ungleichgewichtige Lieferung spätestens im zweiten Quartal zu einer Zerreißprobe für die EU werden könnte.

"Wenn AstraZeneca weiter verimpft werden darf, dann werden wir bis zum Sommer jedem Österreicher eine Impfdose anbieten können", sagte Kurz

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