Politik

Kurz: "Erdogan zeigt dikatorische Züge"

Sebastian Kurz (ÖVP) ist überzeugt, dass die Türkei der EU in nächster Zeit nicht beitreten wird. Grund dafür ist das Verhalten des Präsidenten.
Heute Redaktion
13.09.2021, 23:27

ÖVP-Außenminister Sebastian Kurz ist überzeugt: Erdogan entwickelt das Land in eine falsche und gefährliche Richtung. Das sagte er gegenüber der Zeitung "Die Welt".

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ist schon seit längerer Zeit auf Konfrontationskurs mit der Europäischen Union. Erst zuletzt sorgte er wieder für Aufruhr, als er den deutschen Schriftsteller Dogan Akhanli in Spanien verhaften ließ und seine Auslieferung forderte.

Österreich ist gegen Türkei-Beitritt

Kurz kritisiert Erdogans Umgang mit Kritikern scharf. Dieser sei nämlich "absolut inakzeptabel". Im selben Atemzug wirft ihm der österreichische Außenminister "diktatorische Züge" vor.

Österreich ist bisher das einzige Land der EU, dass dafür plädiert, die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei zu beenden. "Voraussetzung für Beitrittsgespräche ist die Einhaltung der sogenannten Kopenhagener Kriterien, wozu auch die Beachtung von Demokratie und Menschenrechten gehört. Das ist schon lange nicht mehr der Fall", erklärt Kurz.

Für beide Seiten unkalkulierbar

Der Außenminister ist überzeugt, dass ein Beitritt der Türkei nicht in näherer Zeit stattfinden wird. Auch wenn man 2023 als Ziel setzen würde, so würde sich das nicht ausgehen. Damit spielt Kurz auf das hundertjährige Jubiläum der türkischen Republik an.

Die Türkei würde sich nicht der Union annähern, sondern immer weiter davon entfernen. Auch was die wirtschaftlichen Auswirkungen betrifft, wäre ein Beitritt für beide Seiten unkalkulierbar.

Erdogan ruft zum Boykott auf

Erst zuletzt kritisierte Kurz den türkischen Präsidenten für seine pikanten Aussagen zur Bundestagswahl in Deutschland: Dieser meinte nämlich, dass Wähler mit türkischen Wurzeln die "feinde der Türken" boykottieren sollten. Damit meinte er die SPD, CDU und die Grünen. (slo)

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