Kurz: Geschlechtertrennung bei Flüchtlingskursen "absurd"

Bild: Horváth István
Das Arbeitsmarktservice in Wien führt die Kompetenzchecks für Flüchtlinge in nach Männern und Frauen getrennten Kursen durch - um die Leute kulturell nicht zu überfordern, wie es heißt. Sebastian Kurz bezeichnete das als absurd und forderte, dass es keine Ausnahmen für Arabisch sprechende oder afghanische Flüchtlinge geben dürfe. Das AMS Wien verteidigte die getrennten Kurse.
Das führt die Kompetenzchecks für Flüchtlinge in nach Männern und Frauen getrennten Kursen durch - um die Leute kulturell nicht zu überfordern, wie es heißt. Sebastian Kurz bezeichnete das als absurd und forderte, dass es keine Ausnahmen für Arabisch sprechende oder afghanische Flüchtlinge geben dürfe. Das AMS Wien verteidigte die getrennten Kurse.

In Wien startete daher das AMS Ende August das Pilotprojekt "Kompetenzcheck zur beruflichen Integration von anerkannten Flüchtlingen". - derstandard.at/2000021857110/AMS-Wien-bietet-Kompetenzchecks-und-Deutschkurse-fuer-Fluechtlinge-anSeit Ende August läuft in Wien das . Dabei werden die Kurse bei bestimmten Bevölerungsgruppen (Afghanistan, Iran) geschlechterspezifisch getrennt.

Kritik kommt von VP-Integrationsminister Sebastian Kurz. Er bezeichnete die getrennten Kurse am Donnerstag im Ö1-"Morgenjournal" als "absurd". Es dürfe "keine Ausnahmen für Arabisch sprechende und afghanische Flüchtlinge geben", forderte Kurz.

"Sobald jemand in Österreich ist, gelten für ihn unsere Gesetze und Grundwerte und da ist die Gleichstellung von Mann und Frau zentral." Wer das nicht akzeptiere, dem könnten Sozialleistungen gestrichen werden. Konkret soll nur die Hälfte der Mindestsicherung ausbezahlt werden.

AMS fühlt sich falsch verstanden: "Frauenpolitische Ziele"

Die Wiener AMS-Chefin Petra Draxl weist die Vorwürfe gegenüber Ö1 zurück. Es handle sich nicht, wie von Kurz behauptet, um "falsch verstandene Toleranz", sondern gehe um "frauenpolitische Ziele". Auch Frauen aus Österreich hätten andere berufliche Erfahrungen als Männer. Rein nach diesen Gesichtspunkten gehe man vor. Keine Frau habe die Trennung der Geschlechter gefordert, arabischen Männern wurde die Gleichstellung beigebracht.

Hundstorfer: "Einen kleinen Schritt entgegenkommen"

SP-Sozialminister Rudolf Hundstorfer erklärte am Mittwoch die Checks, die in den jeweiligen Muttersprachen, und nicht auf Deutsch abgehalten werden, so: Wenn jemand "30, 40 Jahre in gewissen Kreisen aufgewachsen ist, hat er am Anfang ein Problem." Man müsse solche Menschen langsam dorthin bringen, wie man "bei uns lebt". Man komme den Menschen mit einem langsamen Prozess "einen kleinen Schritt entgegen", vermittle ihnen aber auch, "dass das Leben bei uns anders ist".

Alle anderen Maßnahmen seien aber gemischtgeschlechtlich, betont der Sozialminister. Man mache derzeit einen Großversuch, der für alle Beteiligten neu sei.

 

Das Pilotprojekt in Wien läuft seit September, demnächst soll es den Kompetenzcheck auch in Linz und später in allen anderen Landeshauptstädten geben. Das AMS Wien betreut zwei Drittel der Arbeitssuchenden Asylberechtigten, das waren im Oktober 20.000.

Ziel des Kompetenzchecks sei die rasche Klärung der Qualifikationen und Fähigkeiten von Flüchtlingen. Dadurch soll die Anerkennung bereits erlernter beruflicher Kompetenzen schneller erfolgen bzw. der Schulungsbedarf definiert werden, um eine raschere Integration in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. 
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