Kurz muss in Interview "massiv widersprechen"

Bundeskanzler Sebastian Kurz zu Gast bei Thomas Mohr auf "Puls24"
Bundeskanzler Sebastian Kurz zu Gast bei Thomas Mohr auf "Puls24"Puls24
Im Puls24-Interview spricht Bundeskanzler Sebastian Kurz über die Lockerungen, was ihm Mut macht und wieso er sich mit AstraZeneca impfen lässt.

Wie bereits umfassend berichtet, gibt es am 19. Mai Öffnungen in allen Bereichen. Das, obwohl man nach Weihnachten bei nur halb so hohen Zahlen in den Lockdown hinein ging. Kritik kam deswegen unter anderem von Wiens Bürgermeister Michael Ludwig: "An diesem Tag alles zu öffnen, ist vielleicht etwas voreilig". Zu dieser Thematik war Bundeskanzler Sebastian Kurz noch am selben Abend im Interview zu Gast bei Thomas Mohr auf "Puls24".

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Statt einer Inzidenz als Richtwert (wie in Deutschland) setzt Kurz auf ein fixes Datum. Einer der Hauptgründe dafür ist die Planbarkeit für die Betriebe. Außerdem ist die Situation auf den Spitälern entscheidender als die 7-Tages-Inzidenz. Von einer Gefährdung der Öffnungen durch Mutationen ist aktuell nicht auszugehen. Die neue Variante in Tirol sei immerhin nicht die erste ihrer Art.

Aber: "Dass es trotz Impfung zu Ansteckungen kommen kann, ist schon lange bekannt." Derzeit gäbe es immerhin keinerlei Indizien, dass die Impfung nicht vor schweren Verläufen schützen würde.

"Hoffe nicht, dass es dazu kommt"

Entwickelt sich die Situation in gewissen Bezirken oder Bundesländern negativ, können die Landeshauptleute Öffnungsschritte verschieben oder nur teilweise umsetzen. "Ich hoffe nicht, dass es dazu kommt", so Kurz. Zumindest bei den Intensivstationen zeigt sich eine leichte Entlastung im schwer getroffenen Wien und in Niederösterreich.

Sollte man nicht eher erst öffnen, wenn die Inzidenz etwa auf 50 gesunken ist? "Da würde ich massiv widersprechen", antwortet der Bundeskanzler. "Die Inzidenz alleine sagt relativ wenig aus." Wieder sei hauptsächlich die Situation in den Krankenhäusern wichtig. Jüngere erkranken schließlich erfahrungsgemäß weniger schwer als ältere, die mittlerweile aber zu einem großen Teil geimpft sind. Die steigenden Zahlen in Vorarlberg führt Kurz vorwiegend auf die britische Mutation zurück, die in Österreich nun bereits 96 Prozent aller Fälle ausmacht.

Mut

Auch generell: Der Öffnungsschritt in Vorarlberg "macht mir Mut". Denn die Zahlen sind dort trotz offener Kultur und Gastro "nur" auf das Niveau gestiegen, das die anderen Bundesländer aktuell aufweisen. Zudem ist er sich bewusst, "dass es unterschiedlich beliebte Impfstoffe gibt." Auch aus diesem Grund lässt er sich mit AstraZeneca impfen. Alle Vakzine sind wirksam und sicher.

Für Aufsehen sorgte auch die von Maßnahmengegnern gefeierte Aktion "Alles dicht machen" von österreichischen und deutschen Schauspielern. Darin treten mehr oder weniger bekannte Persönlichkeiten für ein Ende der Maßnahmen ein. "Kritik ist in einer Demokratie immer in Ordnung", sagt Kurz dazu. Diese müsse aber in Einklang gebracht werden mit dem Interesse, die Intensivstationen nicht zu überlasten. 

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Sebastian KurzCoronavirusCorona-Impfung

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