Kurz platzt Kragen: "Hört endlich auf damit"

Bundeskanzler Sebastian Kurz.
Bundeskanzler Sebastian Kurz.picturedesk.com
Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat sich erneut zu Impf-Vordränglern geäußert und dabei deutliche Worte gefunden. 

Gemeinsam mit dem Pensionistenverband (PVÖ) hat SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner ein Corona-Schutzpaket für Senioren vorgeschlagen. Darin fordert die 49-Jährige laut "Kronen Zeitung" etwa den Ausbau des Test-Angebots in der Nähe des Wohnorts sowie rund zehn gratis Wohnzimmer-Tests pro Monat, die als "Zutrittstests" für Friseure und andere körpernahen Dienstleister gelten.

Außerdem beharrt die SPÖ-Chefin auf einen fixen Impftermin für alle Personen über 65 Jahre. "Für die ältere Generation ist die Corona-Krise besonders fordernd. Neben der Angst vor einer Ansteckung bereitet auch Isolation vielen Menschen Sorge. Unsere Senioren müssen so schnell wie möglich die Chance auf die schützende Impfung bekommen", wird Rendi-Wagner in der "Kronen Zeitung" zitiert.

Man könne die ältere Generation nur mit vielen Corona-Tests und einer möglichst schnellen Durchimpfung vor einer Ansteckung mit dem Virus schützen. Besonders die Bundesregierung sei in diesem Punkt gefordert, stellt die SPÖ-Chefin in dem Bericht klar. Nun hat sich Bundeskanzler Sebastian Kurz in der "Kronen Zeitung" zu Wort gemeldet und dabei emotionale Worte gefunden.

"Meine 92-jährige Großmutter wartet auch auf den Impfstoff"

"Ich habe diese Woche ein sehr berührendes Gespräch mit einer Dame geführt, die seit Jahren gegen den Krebs ankämpft. Gerade wenn einem so bewusst ist, dass das Leben endlich ist, ist das Warten auf die Impfung noch eine zusätzliche Belastung" erklärt Kurz zur "Krone". Und er ergänzt: "Eine enge Verwandte von mir leidet gerade genauso unter einer Krebserkrankung und auch sie wartet noch auf den Impfstoff, so wie auch meine 92-jährige Großmutter, sie ist auch nach wie vor nicht geimpft."

Gegenüber der "Kronen Zeitung" äußerte sich der VP-Chef dabei einmal mehr zu Impf-Vorschummlern und nahm sich dabei auch kein Blatt vor den Mund: "Hört endlich auf damit! Es ist unsolidarisch, sich vorzudrängen. Ich ersuche daher dringend alle, die im Bereich des Impfens Verantwortung tragen, wie die Impfkoordinatoren in den Ländern, aber auch alle Ärzte, die Impfungen durchführen, genau darauf zu achten, dass der Impfplan eingehalten wird, und diejenigen zu impfen, die die Impfung am dringendsten benötigen."

Sanktionen für Impf-Vordrängler möglich

Doch nicht nur Österreich hat mit Impf-Vordränglern zu kämpfen. Auch in Deutschland wurden etwa bereits Personen geimpft, die eigentlich noch gar nicht auf der Liste standen. Die Bundesrepublik prüft nun sogar mögliche Sanktionen gegen Impf-Vorschummlern. Auf Nachfrage der "Krone" heißt es, dass dies auch in Österreich denkbar sei und darüber gerade beraten werde.

Am morgigen Montag findet erneut ein Treffen der Regierung mit Experten, den Landeshauptleuten sowie der Opposition statt. Weitere Lockerungen sind aufgrund der Ausbreitung der Südafrika- und Briten-Mutation eher nicht zu erwarten, der Lockdown in der Gastronomie dürfte gar verlängert werden.

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