"Natürlich war der Lockdown in gewisser Weise absehbar", erklärte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Montag im Ö3-Wecker klar. Die Ansteckungszahl in Österreich sei in den letzten Wochen bis zu einem Punkt gestiegen, "wo wir nun die Grenze setzen mussten". Ein Lockdown sei laut dem VP-Chef daher unungänglich und auch notwendig gewesen.
Kurz stellte in der Fragestunde auch klar, dass die Corona-Maßnahmen, die ab Dienstag, 0 Uhr, in Kraft treten, noch verschärft werden könnten. "Dieser Lockdown kann nicht softer werden", so der 34-Jährige. Es könne aber durchaus der Fall eintreten, "dass wir in einzelnen Bereichen nachschärfen müssen". Und zwar dann, wenn die Infektionszahlen trotz der neuen Regeln weiter steigen.
Bei den ab Dienstag geltenden Maßnahmen habe man sich stark an dem Lockdown im Frühling orientiert. "Wir haben uns aber entschieden, den Handel und die Schulen offen zu lassen". Sollte sich das Virus aber trotz der gesetzten Schritte weiter im Land ausbreiten, werde man auf die Situation reagieren und die Corona-Regeln nachbessern. "Es ist ein ständiges Abwiegen".
Der Bundeskanzler machte auch kein Geheimnis daraus, dass es besser wäre, das Land wie im Frühjahr komplett wieder runterzufahren. "Je mehr Sie schließen, desto besser ist es, das Infektionsrisiko einzuschränken", so Kurz. Aber: "Wir haben aus dem ersten Lockdown gelernt". "Unser Ziel muss es sein, dass wir nicht im Dauer-Lockdown sind."
Und weiter: "Natürlich hätten wir das Infektionsrisiko de Facto auf Null halten können, nur dann ist die Wirtschaft ganz kaputt". Das Hauptziel sei nun, dass die Intensivkapazitäten nicht überlastet werden. Außerdem möchte man die Neuansteckungen wieder auf ein "niedriges Niveau" drücken.
Kurz blickt aber zuversichtlich in die Zukunft und bleibt auch bei seiner Entschätzung, dass es im Sommer 2021 eine Rückkehr zur Normalität geben werde. Eine Impfpflicht werde es dann aber nicht geben, versicherte der Kanzler im Ö3-Wecker.