Kurz spricht über schlimmste Phase seiner Jugend

Sebastian Kurz im Nationalrat
Sebastian Kurz im Nationalratpicturedesk.com
Emotionale Diskussionen wurden in Parlament geführt, dabei erzählte Sebastian Kurz von seinem Vater, der vor einigen Jahren seinen Job verloren hatte.

Am Montag ist es im Nationalrat zu einer emotionalen Debatte rund um die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit gekommen. Die SPÖ wirft dem Kanzler in dieser Thematik mangelndes Engagement vor. Kurz entgegnete, dass nichts so sehr seine Zeit in Anspruch nehmen würde, wie der Kampf um jeden Job.

Besonders der SPÖ-Abgeordnete und Gewerkschafter Rainer Wimmer attackierte Kurz: "Sie haben keine Ahnung, wie es Menschen geht, die den Arbeitsplatz verlieren. Sie haben in Ihrem ganzen Leben keine einzige Stunde in einem Betrieb gearbeitet. Die Arbeitslosen sind Ihnen egal." In einer Replik an den Wimmer wies Kurz die Kritik zurück und erklärte, dass er durchaus wisse, wie es Familien gehe, in denen die Eltern arbeitslos seien.

Vater verlor mit über 50 Jahren Job

Wie der Kanzler erklärte, hab er insgesamt "wunderschöne Kindheit" gehabt. Doch in der Jugend gab es eine Phase, die nicht nur für ihn, sondern auch für seine Familie eine Riesenherausforderung war: "Und das war, als mein Vater nach ungefähr 30 Jahren bei ein und demselben Unternehmen mit über 50 Jahren seinen Job verloren hat. Er hatte monatelang die Sorge, in diesem Alter am Arbeitsmarkt nie wieder vermittelt werden zu können. Das war eine der prägendsten Phasen meiner Jugend“, so Kurz.

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Weiters präsentierte der 34-Jährige Maßnahmen, die Arbeitslosen helfen würden. So verwies er etwa auf die Arbeitsstiftung in Höhe von 700 Millionen, die dazu diene, dass arbeitslose Menschen, die keine Chance auf Rückkehr in ihren Beruf haben, umgeschult werden.

350 neue AMS-Mitarbeiter 

Zusätzlich bekomme das AMS 350 Mitarbeiter mehr, um besser vermitteln zu können. Außerdem würden Steuern gesenkt, um den Konsum zu stützen. Es gebe 360 Euro zusätzlich pro Kind und 150 Euro zusätzlich für Arbeitslose – was ebenfalls die Nachfrage stütze.

SPÖ warnt vor zweiter Kündigungswelle

Die SPÖ warnte unterdessen vor einer zweiten Kündigungswelle im Herbst. "Viele Industriebetriebe haben im Herbst ihre letzten Aufträge abgearbeitet, deutlich weniger neue Aufträge kommen nach. Kündigungen bei Swarovski, ATB, Agrana und anderen Unternehmen sind die Vorboten einer möglichen Pleitewelle, wenn nicht wirksam gegengesteuert wird", heißt es in ihrem Antrag.

Scharfe Kritik von FPÖ

Auch von der FPÖ hagelte es scharfe Kritik. Klubobmann Herbert Kickl warf der Regierung ebenfalls Untätigkeit vor. Kurz habe über Nacht die Unternehmen zugesperrt und das Epidemiegesetz außer Kraft gesetzt.

Das Chaos um die Corona-Ampel sei die jüngste Totgeburt des "Krisenmanagements" dieser Regierung. "Wer die besseren Beziehungen hat, kriegt die bessere Einstufung", wütete Kickl über Corona-Ampel. Zuletzt richtete er sich an Kurz. Er hoffe, dass "am Ende Sie Ihre Arbeit verlieren, und zwar die als Regierungschef."

NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger wiederum kritisierte die widersprüchlichen Botschaften seitens der Regierung. Es müsse darum gehen, wie man neue Jobs schafft.

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